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Er ist Bankier, nicht Banker – darauf legt Ludwig Poullain großen Wert. Ein Bankier, unterstreicht er, kann zuhören, hat ein offenes Ohr für seine Kunden und weiß nicht alles, sondern lässt sich auch belehren. Banker dagegen hätten keine Zeit, seien leichtfüßig und wüssten alles besser. Und, so der mittlerweile 92-jährige Bankier, seien nur aus auf schnelle Geschäfte und hohe Gewinne.
Im WDR 5 Tischgespräch mit Karl Lohrengel erzählt Poullain von seinen Lehrjahren in der rheinischen Sparkassenorganisation und seinem Aufstieg 1969 zum ersten Mann und Gründer der Westdeutschen Landesbank Girozentrale. Er spricht aber auch über seinen Absturz aus dem Bankiers-Olymp in den Abgrund der nach ihm benannten Affaire und seinen Kampf vor den Strafgerichten. Er erinnert an den ehemaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Heinz Kühn, der ihm einen Maulkorb umhängen wollte und – als der WestLB-Chef das verweigerte – das Tischtuch zwischen beiden für zerschnitten erklärte. Ludwig Poullain ist ein ungehaltener, alter Mann, der eine ungehaltene Rede führt – vor allem gegen die ehemaligen Berufskollegen.
Redaktion:
Volker Schaeffer







