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Männerhände und Frauenhände, die nach Kaffeetassen greifen; Schriftzug "Tischgespräch" (Rechte: WDR / picture alliance)
Sendung vom 11.01.2012, 20:05 bis 21:00 Uhr
Ervin Laszlo ; Rechte: dpa

 Ervin Laszlo

"Sei der Wandel, den du in der Welt sehen willst"

Kirsten Pape im Gespräch mit dem Zukunftsforscher Ervin Laszlo

In seinen frühen Jahren galt er als Wunderkind: Der gebürtige Ungar Ervin Laszlo beeindruckte seinen Klavierlehrer bereits im Alter von zwölf Jahren mit seinem Talent - und wurde ein gefeierter Star auf den internationalen Weltbühnen.

Wunderkind mit Forscherdrang

Einer inneren Eingebung folgend, begann der Pianist später eine wissenschaftliche Laufbahn. Er setzte sich mit philosophischen und systemtheoretischen Fragen auseinander. Den Zukunftsforscher interessieren insbesondere die ungelösten Rätsel der Quantenphysik, der Evolutionslehre und Bewusstseinsforschung. Laszlo schrieb fast 80 Bücher, lehrte an den renommierten amerikanischen Universitäten Yale und Princeton und beschäftigt sich seit seiner Mitarbeit im Club of Rome vor allem mit der Frage, was jeder Einzelne im "System Menschheit" tun kann, um der akuten Bedrohung durch Klimawandel, die globale Wirtschaftskrise und die Krise unseres Wertesystems entgegen zu wirken.
Leiten lässt er sich dabei von dem berühmten Satz Mahatma Ghandis: "Sei der Wandel, den du in der Welt sehen willst".

"Ein Bewusstsein dafür entwickeln, anders zu denken"

"Alles geht auf Individuen zurück", sagt er. Man müsse bei sich selbst anfangen - "ein Bewusstsein dafür entwickeln, anders denken zu können, seine Rolle in der Welt hinterfragen, um etwas Positives herbeizusteuern." So müsse man Krisen entgegentreten und könne tatsächlich etwas verändern. Laszlo spricht von einer "Weltwende". Das "System Menscheit" werde zusammenbrechen oder sich verändern. "Wir sind dem kritischen Punkt sehr nah", so der Zukunftsforscher. "Eine Krise nach der anderen, eine Krise verursacht die andere."

Sein Leitspruch: "Einfach genial"

Das "System Menschheit" ist sein Forschungsgebiet. Laszlo, der im Juni 80 Jahre alt wird, gilt als Multitalent. Woher nimmt er die unermüdliche Kreativität und den Forscherdrang? Er sagt, dass dies ganz einfach als Aufgabe in sein Leben gekommen sei. "Ich suche nach der Wirklichkeit". Große Worte. "Zuerst war ich Pianist, wollte aber dann den Sinn der Sachen suchen - lesen, diskutieren, studieren, schreiben." Ervin Laszlo wurde 1932 in Budapest geboren, hat den Zweiten Weltkrieg miterlebt. Trotz schlimmer Erlebnisse spricht er von einer "behüteten Kindheit", in der er aufwuchs. Seine Mutter war Musikerin, sein Vater gelernter Rechtsanwalt. Wofür ist er dankbar? "Dafür, dass man mich entdeckt hat." "Einfach genial" hat sein Klavierlehrer schon in ganz jungen Jahren zu ihm gesagt. "Einfach genial" - es ist zu seinem Leitspruch geworden.

 

Redaktion:

Florian Quecke

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