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"Wir erfahren alles über’s Heiraten, Kinderkriegen, sich Scheiden lassen, bloß nichts über Tod und Trauer", sagt die Regisseurin, die, noch im Studium, ihren Vater verlor. Und lange nach jemandem suchte, dem sie ihre Gefühle anvertrauen, zumuten mochte. "Man ist allein in seiner Trauer!", weiß der Witwer, der mit vier kleinen Kindern zurückblieb. Trauer passt in kein Schema. Immer ist sie individuell, immer dauert sie unterschiedlich lang. Deshalb ist das viel zitierte Trauerjahr ein bloßer Mythos. Trauernde versuchen, den Tod ihres geliebten Menschen zu begreifen. Nur ist der Tod mental nicht zu begreifen. Es braucht viel Zeit, Ruhe, Geborgenheit, um zuzulassen, dass die Beziehung auch zu einem Verstorbenen weiter gehen darf. Und dass der geliebte Verstorbene einem wohlwollend dabei zuzusehen scheint, wenn die ersten Schritte in ein neues, ein anderes Glück versucht werden.
Autor/in:
Andrea Lieblang
Redaktion:
Ulrich Horstmann
Sendezeiten
Sonntag um 7.30 - 8 Uhr
Wiederholung um 22.30 - 23.00 Uhr






