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Im Zuge der Forderung, das Ehegattensplitting für homosexuelle Lebenspartnerschaften zu ermöglichen, ist diese Besonderheit des deutschen Steuerrechts wieder in die Debatte geraten. Vom Ehegattensplitting, so sagen die Kritiker, profitieren auch kinderlose Ehepaare. Es ist besonders attraktiv, wenn die Einkommen weit auseinander liegen, und lohnt sich, wenn einer von beiden gar nichts verdient. Dass so traditionelle Rollenmuster zementiert würden, das deutsche Steuersystem damit Frauen benachteilige, beanstandet die EU schon länger. Der Sprecher der OECD Deutschland sagt jetzt, angesichts der rasant fortschreitenden Alterung der Bevölkerung und der zunehmenden Knappheit an Arbeitskräften könne sich Deutschland das Ehegattensplitting nicht mehr leisten. Umfragen besagen hingegen, dass viele Deutsche diese Art der Besteuerung befürworten.
Was sagen Sie? Ist das Ehegattensplitting noch zeitgemäß? Und wäre es gut, wenn es auch für homosexuelle Paare gälte? Oder sollte es eher ein Familiensplitting geben? Welche Besteuerung empfinden Sie als gerecht, und welche Rolle sollte der Staat in Bezug auf Ihre persönlichen Beziehungen haben?
Studiogast: Prof. Dr. Gisela Färber, Dipl.-Volkswirtin,
Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer
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Redaktion:
Regina Tanne
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Ihre Meinung zu dieser Sendung:
von Anonym | 09.08.2012 10:59 Selbstverständlich muß dem festgestellten Grundrecht auf LebenspartnerInnenschaft auch mit steuerlicher Gleichstellung Genüge getan werden.
Ansonsten siehe 0855 Uhr.
von Martine Dupont | 09.08.2012 10:54 Wenn die Bedingungen für Frauen auch in der Wirtschaft gefördert, verbessert werden, wenn genügend Kitas und Versorgungsmöglichkeiten vorhanden sind, wenn die Bezahlung bei Männern und Frauen vor dem Gestz gleich sind. wenn ein bedingungsloses Grundeinkommen gewährt wird, dann meinetwegen, weg mit Ehegattensplitting. Derzeit aber zeichnet sich die Sitruation für Frauen immer schlechter ab, auch dank des neuen Scheidungsrechtes. Und was ist mit den Freischaffenden, wo zwar beide freischaffend und somit Selbstversorger sind, alles aus der eigenn Tasche finanzieren auch die Solzialversorgung, wo der eine Partner aber ungleich schlechter verdient als der Andere? Die Gruppe wird dann mal wieder zusätzlich zur Kasse gebeten.
von Heinrich Hertz | 09.08.2012 10:49 Hier handelt es sich wohl um eine Neiddebatte. Die Dame im Studio scheint wohl mehr zu Hause agierende Damen im Cocktailkleid im Auge zu haben, als für Familie und Gemeinschaft, also für die Gesellschaft in -und außerhäusig arbeitende Ehefrauen und Mütter, die meiner Meinung nach in der Mehrzahl sind. Ich bin für das Ehegattensplitting und würde es sinngemäß übertragen auf berufstätige alleinerziehende Mütter, mit einem anderen Steuervorteil als diese lächerliche Steuerklasse II. Für Schwulenpaare würde ich das Splitting gar nicht erst in Betracht ziehen. Meine Frau und ich, und unsere Gemeinde aufgrund der ehrenamtlichen Arbeit meiner Frau, haben mit drei Kindern sehr davon profitiert. Von wegen, damit die Frauen arbeiten gehen!!! Für das wenige Geld ohne Steuervorteil durch den Ehemann müssen Frauen dann noch mehr oder überhaupt erst mal billig arbeiten gehen, um das auszugleichen. Mrden. für Kitas? Wer’s glaubt wird seelig.
von MP | 09.08.2012 10:42 Ich denke, niemand ist von Top-Jobs ausgeschlossen, wenn sie/er die Fähigkeiten und den Willen hat - Beispiele in Politik und Wirtschaft gibt es genug. Nur reicht dann die Zeit nicht mehr, auch noch für Kinder zu sorgen und ein nachhaltiges Familienleben zu organisieren. Da muss sich der Mensch entscheiden und entweder einen entsprechenden Partner (m/w) suchen, es sein lassen oder beim Versuch kläglich scheitern - absolut unabhängig vom Geschlecht.
Da die Natur es dem Mann nicht erlaubt, Kinder zu gebären, tut es die Frau - und der obliegt es dann in den meisten Gesellschaften, die auch groß zu ziehen. Wenn Frau lieber extern einen Top-Job haben möchte,... auch gut. Aber es geht halt nicht alles.
von M.K. | 09.08.2012 10:29 Mit der Degradierung von Frauen und Müttern zur "besseren Hälfte" zur "Perle des Haushalts" und andererseits quasi dem Ausschluss von gut bezahlter Arbeit, den Top-Jobs, verliert unsere Gesellschaft 50% der dringend nötigen, kreativen Intelligenz.
Wer sich intensiver mit der Stellung der Frau in unserer Gesellschaft auseinandersetzen möchte, dem sei ein Buch aus dem Jahr 1958 empfohlen: FRAUEN IM LAUFGITTER. Die Schweizerin Iris von Roten beschreibt hier in revolutionärer Weise detailreich und mit unverblümter Sprache die Stellung von Frauen in der Gesellschaft. Die Diskussion hier zeigt, dass sich in den letzten 50 Jahren leider nicht viel geändert hat. DAS muss sich ändern.
Von dem was Familie ist, verstehen der Papst und andere reaktionäre Kräfte relativ wenig.