s
Heiner Boie gefällt sich in seiner selbsterfundenen Rolle des "Lazyboy" - des faulen Jungen. In seinem Personalausweis taucht "Lazyboy" sogar als Künstlername auf. Tatsächlich ist es eine Kunst, sich vor allen Verantwortlichkeiten im Leben zu drücken. So kneift Lazyboy, wenn es kritisch wird, führt eine unverbindliche Langzeitbeziehung und hat sich in seinem Leben als Berufsjugendlicher prima eingerichtet.
In Michael Weins Roman geht es um einen 35-Jährigen, der sich nicht festlegen und der Realität entfliehen will. Und der Autor bietet seinem trotz allem sehr sympathischen Helden eine geniale Fluchtmöglichkeit: Türen. Durch die eine oder andere Tür geht Lazyboy nicht einfach nur hindurch. Kaum hat er eine geöffnet, gelangt er an völlig unbekannte Orte, in andere Städte oder landet in einem dunklen Keller, der wiederum einen neuen Durchgang in weitere unbekannte Welten eröffnet.
Michael Weins zu Tränen rührender und gleichwohl humorvoller Roman "Lazyboy" erzählt von Desorientierung, Überforderung und von der Angst, gesellschaftlichen Erwartungen nicht gerecht werden zu können.
Autor/in:
Claudia Cosmo
Redaktion:
Ruth Dickhoven
Michael Weins: Lazyboy
Verlag: Mairisch, 2011
ISBN: 3-938539-19-4, Euro 18,90






