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Von Händen gehaltener Laptop mit wechselnden Bildern, im Hintergrund ein Mann der ein Gemälde betrachtet. (Rechte: WDR)
Sendung vom 23.06.2011, 12:05 bis 13:00 Uhr
Bild: Estland, Tallinn. Blick  auf den Rathausturm in der Altstadt und die Hochhäuser der Neustadt. Aufnahme vom 14.10.2009; Rechte:mauritius images/ Urs Flüeler/4099695

 Tallinn

Geschichten vom Meer und von mehr

Europas Kulturhauptstadt Tallinn 2011

Moderation: Jörg Biesler

Vom Meer war Estlands Hauptstadt Tallinn lange abgeschnitten; zu Sowjetzeiten galten Ufer und Strand als militärisches Sperrgebiet. Im Kulturhauptstadtjahr wird das Ufer nun architektonisch neu erschlossen und kulturell belebt, ein Meeresmuseum entsteht, und der Zugang zum Meer und zur Welt wird wieder offen und frei. Weltoffen und frei wie das neue Estland, das sich seinen Austritt aus der Sowjetunion Ende der 80er Jahre mit der Kraft schöner Stimmen und Lieder in einer "Singenden Revolution" erkämpft hat, das heute als EU-Musterland gilt und seinen Bürgern ein Grundrecht auf Zugang zum Internet gewährt. All diese "Geschichten vom Meer" will die Kulturhauptstadt Tallinn ihren Besuchern erzählen. Und das mit einem sensationell kleinen Budget - bei maximaler Kreativität. Beispielhaft dafür steht das Theater MIM, bei dem die Zuschauer auf Fahrrädern strampelnd selbst das Bühnenlicht erzeugen müssen. Scala spricht mit eingeborenen und zugewanderten Tallinnern über Vergangenheit und Zukunft der Stadt und über die Kultur in Zeiten rasanten Wandels.

Bildergalerie: Kulturhauptstadt 2011 - Tallinn [Fotos]

Autor/in:

Ruth Dickhoven

Redaktion:

Simone Thielmann

Das Manuskript zum Beitrag im pdf-Format

Zum Weiterlesen

Karsten Brüggemann und Ralph Tuchtenhagen
Tallinn. Kleine Geschichte der Stadt
Böhlau Verlag 2011, Preis: € 24.90
Sehr lesenswerter Reisebegleiter, der von den Historikern Ralph Tuchtenhagen (Humboldt-Universität Berlin) und Karsten Brügemann (Universität Tallinn) speziell fürs Kulturhauptstadtjahr verfasst wurde. Neben einem ausführlichen und spannend geschilderten Abriss der Geschichte Tallinns von der Stadtgründung bis heute, bietet der Band umfassende Informationen über die Kultur und Kulturgeschichte der estnischen Hauptstadt. Der Leser erfährt immer auch, welche Rolle Musiker, Schriftsteller, Künstler und Architekten in der Geschichte Tallinns spielten und wie es ihnen in verschiedenen Epochen erging. Fundiert, reflektiert und dabei zugleich ausgesprochen unterhaltsam geschrieben.

Stefanie Bisping
Lesereise Estland. Das Model und der Kapitän
Picus Verlag, 2010, Euro 14,90
Dieser kleine Leseband der freien Journalistin Stefanie Bisping wirft unterhaltsam, pointiert geschrieben und ganz aktuell verschiedene Schlaglichter auf die estnische Geschichte, Geographie und Gesellschaft

Jaan Kross
Das Leben des Balthasar Rüssow
Aus dem Estnischen von Helga Viira und Barbara Heitkam
dtv, 22,00 Euro
Jaan Kross, der wichtigste Schriftsteller des Landes, erzählt in seinem Roman die Geschichte des Kampfes um Unabhängigkeit im Estland des 16. Jahrhunderts. 

Enn Vetemaa und Kat Menschik
Die Nixen von Estland
Ein Bestimmungsbuch
Nach dem russischen Übersetzungsmanuskript ins Deutsche übertragen von Günter Jänische
Die andere Bibliothek, Eichborn-Verlag, 2002, Euro 19,90
Diese liebevoll illustrierte „Typologie“ estnischer Nixen bietet eine sehr vergnügliche Mischung aus Mythologie und schrägem Humor.

Gateways – Kunst und vernetzte Kultur
Ausstellungskatalog, herausgegeben von Sabine Himmelsbach für das Goethe-Institut und das Kumu Kunstmuseum
Verlag Hatje Cantz, € 35,00

Musik in der Sendung

Svjata Vatra: „Verhovyna“ und „Naabrinaine“
Svjata Vatra ist, eine estnisch-ukrainische Folkband um den Bandleader Ruslan Trochinsky, die nordische und slavische Elemente miteinander verbindet und gelegentlich auch mittelalterliche Klänge einfließen lässt. Die Texte sind mal estnisch, mal ukrainisch. Die Songs „Verhovyna“ und „Naabraine“ finden sich auf dem Album „Svjata Vatra“

Matvere & Tätte: „Tangu“
Marko Matvere und Jaan Tätte sind beide estnische Schauspieler und Sänger. Als Duo Matvere und Tätte treten sie als Liedermacher in Erscheinung. Marko Matvere war einer der Moderatoren des Eurovision Song Contest 2002 in Tallinn. Ihr aktuelles Album heißt: „Majakavahi Armuhüüd“ (übersetzt: Die Liebesschreie des Leuchtturmwärters), darauf findet sich auch der Song Tangu

Jäääär: „Kosk“ und „Martinile“
„Jäääär“ heißt übersetzt Eiskante und ist der Name einer sehr populären estnischen Folkrock-Band. Die Titel „Kosk“ und „Martinile“ sind ihrem aktuellen Album „Juuuubel“ entnommen.

Ewert and the two dragons: „Sailor man“
„Ewert and the two dragons“ ist eine englisch singende, estnische Indie-Rockband. Ihr neues Album heißt „Good man down“, und sie präsentieren es im Rahmen des Kulturhauptstadtjahrs im Juni in Tallinn. Der Song „Sailor man“ findet sich auf dem aktuellen Album.

Der Noorus-Chor in Tallinn bei der Probe:„Laulikutele“ von Ester Mägi
Das Lied ist Teil des Programms auf dem Jugendsängerfest Anfang Juli in Tallinn.

Alo Mattiisen: „Mu suul ei ole sulgejat“
Alo Mattiisen war ein bekannter estnischer Rockmusiker. Während der „Singenden Revolution“ in Estland komponierte er Rocksongs für Massenchöre, darunter auch „Mu suul ei ole sulgejat“, zu deutsch: „Niemand kann mir den Mund verschließen“, der sich auf dem Album „Eesti Kullafond“ findet, und auf dem diesjährigen Jugendsängerfest in Tallinn auch wieder gesungen wird.

AveNue: „Chuzhoj – ne svoj“
„Chuzhoj – ne svoj“ (übersetzt: Fremd, keiner von uns), ist ein Song der russischen Rockband AveNue aus der estnischen Stadt Narva und entstand 2007 nach den Unruhen um die Verlegung eines sowjetischen Kriegsdenkmals in Estlands Hauptstadt Tallinn. Der Song von Bandleader Vladimir Cherdakov befindet sich auf dem Album „Negativy“.

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