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Service Bühne 16.01.2012: Premieren in Wuppertal, Oberhausen und Gelsenkirchen
Moderation: Claudia Wiese
Premiere in Wuppertal: "Das Ministerium" von Kai Schubert
In diesem Stück gibt es das von vielen geforderte Bundesintegrationsministerium. Allerdings ist der gerade ins Amt gekommene Minister wieder zurückgetreten. Vier Mitarbeiter haben eine Woche Zeit, um dem Nachfolger neue Ideen und Lösungen für alle Probleme zu präsentieren. Montags klingen die Vorschläge noch aufklärerisch und realistisch. Dann werden immer mehr Medien eingesetzt, Internet, Imagefilme und Computerspiele. Bis zum Samstag driftet man ab in surreale Sphären. Regie führt die 39jährige Jenke Nordalm, die sich einen Namen gemacht als Spezialistin für nicht-theatrale Stoffe auf der Bühne.
Fazit:
Zwischen Aufklärung und Satire schaufelt das Stück nahezu alles auf die Bühne, was zum Thema Migration kursiert. Die zum Vorschein kommende Hilflosigkeit der deutschen Gesellschaft ist eigentlich tragisch, wirkt im rasanten Spiel des gut aufgelegten Ensembles aber komisch.
Ein Beitrag von Martin Burkert
Die nächsten Vorstellungen. 18.1.; 28.1.; 1.2.; 3.2.2012 im Kleinen Schauspielhaus Wuppertal.
Autor: Martin Burkert
Die nächsten Aufführungen: 18.01.; 28.01.; 01.02.; 03.02.2012
Aufführungsort: Kleines Schauspielhaus, Bundesallee 260, 42103 Wuppertal-Elberfeld.
Premiere in Oberhausen: "Schöne Tage" von Kornél Mundruczó
Die Geschichte klingt nach Satire und nach Science-Fiction: Im Jahr 2030 ist die europäische Union zerfallen. Ein junger Mann glaubt, die Welt wird von Außerirdischen regiert. Deshalb will er auf die Akropolis fliehen, an den Wohnort der alten Götter. Doch niemand glaubt ihm, dass die Zukunft der Menschheit darin besteht, zu den Wurzeln ihrer Kultur zurück zu finden. Der ungarische Theater- und Kinoregisseur Kornél Mundruczó wird gerade auf internationalen Festivals herum gereicht. In Oberhausen bearbeitet er seinen Film "Pleasant Days" für die Bühne und macht daraus eine "proletarische Operette" mit viel Musik.
Fazit:
Ein dreckiges, lautes Sex & Crime-Spektakel. Gute Schauspieler gehen unter in der groben Inszenierung eines trashigen Stückes, das der Regie führende Autor anscheinend für große Kunst hält.
Autor: Stefan Keim
Die nächsen Aufführungen: 21.01., 3.02., jeweils 19:30 Uhr, 19.02. und 11.03. jeweils 18 Uhr, 14.03.: 19:30 Uhr
Aufführungsort: Theater Oberhausen, Will-Quadflieg-Platz 1, 46045 Oberhausen
Premiere in Gelsenkirchen: "Großstadt-Triptychon"
von Choreografin Bridget Breiner
Manchen wird sie zum "Moloch", andere glauben, nur hier sind sie am Puls der Zeit: In den 20er Jahren boomt die Großstadt und vor allem Berlin wird zur europäischen Metropole der Superlative, die auch Komponisten inspirierte: etwa Stefan Wolpe, Edmund Nick und Kurt Weill, der mit seinem „Mahagonny-Songspiel“ erstmals die Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht ausprobierte. Im Gelsenkirchener Musiktheater werden nun die drei Kurzopern von Wolpe/Weill/Nick als „Großstadt-Triptychon“ aufgeführt. Ein interdisziplinäres Projekt von Opern- und Tanzensemble über den „Mythos Großstadt“ unter Leitung der Choreografin Bridget Breiner, die ab nächster Spielzeit die neue Ballettchefin wird. Eine Visitenkarte der künftigen Tanzleiterin über die wilden Seiten einer Metropole.
Autorin: Nicole Strecker
Premiere: 14.01.2012 19:30 Uhr
Die nächsten Aufführungen: 21.01., 29.01., 02.02., 10.02. jeweils um 19:30 Uhr
Aufführungsort: Musiktheater im Revier, Kennedyplatz, 45881 Gelsenkirchen
Redaktion:
Frank Höller






