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Von Händen gehaltener Laptop mit wechselnden Bildern, im Hintergrund ein Mann der ein Gemälde betrachtet. (Rechte: WDR)
Sendung vom 09.08.2012, 12:05 bis 13:00 Uhr
Bild: Hermann Hesse; Rechte: picture-alliance / dpa

 Hermann Hesse

Die Banalität des Tiefen

Der Hermann-Hesse-Kult im 21. Jahrhundert

Moderation: Stefanie Junker

Er wurde wie ein Guru verehrt – und war doch ein armes Würstchen: kümmerte sich nicht um seine Kinder und war mit den Frauen zerstritten. Hermann Hesse terrorisierte seine Mitmenschen mit großen Kunstgebärden und schrieb doch selten mehr als aufgepumpte Bekenntnisliteratur. Mit 15 mag man seine Bücher verschlingen; mit 50 sind sie kaum genießbar – nicht gerade ein Merkmal großer Literatur. Besonders peinlich ist die Schar seiner gealterten Anhänger: Die pilgern zu seinen Wirkungsstätten und Museen in Calw, Gaienhofen und Montagnola, ersterben vor Andacht in seinen Gemächern und lechzen nach Hesse-Reliquien in den Vitrinen. Scala ist ihnen treulich und kopfschüttelnd gefolgt.

Autor/in:

Burkhard Müller-Ullrich

Redaktion:

Walburga Manemann

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