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Premiere in Bochum: "Kleiner Mann, was nun?" von Hans Fallada
Bochumer Theaterfans kriegen bei diesem Titel immer noch glänzende Augen. "Kleiner Mann, was nun?" - das war 1972 die Eröffnung der Intendanz von Peter Zadek, ein Roman als Revue, umgeschrieben von Tankred Dorst, mit überwältigenden Showeinlagen im Stil der dreißiger Jahre. Nun, 40 Jahre später, hatte wieder Hans Falladas anrührende Geschichte um eine Kleinfamilie im Strudel der Weltwirtschaftskrise im Schauspielhaus Bochum Premiere. Diesmal unter der Regie von David Bösch, der als der Warmherzigste unter den jüngeren Theaterregisseuren gilt.
Fazit: Zwei ehrliche, glaubwürdige Hauptdarsteller, ein ruhiger, mitfühlender Abend mit melancholischen Rockballaden über ein junges Paar, das in die Armut rutscht und sich nicht unterkriegen lässt.
Autor: Stefan Keim
Premiere: 08.01.2012
Die nächsten Aufführungen: 12. 01., 19.30 Uhr, 29. 01. 17 Uhr, 8. und 17. 02., jeweils 19.30 Uhr
Aufführungsort: Schauspielhaus Bochum, Königsallee 15, 44789 Bochum
Premiere in Münster: "Romeo und Julia" von William Shakespeare
Shakespeares Tragödie "Romeo und Julia" ist wohl das bekannteste Drama des großen elisabethanischen Theaters. Zwei junge Menschen aus verfeindeten Adelsfamilien kämpfen für ihre Liebe gegen alle äußeren Widerstände, und sind doch erst im Tod vereint. Regisseur Markus Kopf zeigt das Schauspiel an den Städtischen Bühnen Münster in einer aktualisierten Bühnenfassung. Neben dem professionellen Ensemble ist auch der Theaterjugendclub engagiert.
Fazit: Regisseur Markus Kopf zeigt "Romeo und Julia" auf moderner, karger Bühne in gekürzter Version und sprachlich aktualisiert. Seine rasante, kurzweilige Inszenierung wirkt so aktuell und frisch, wie das junge Publikum, für das er die Tragödie wohl maßgeblich inszeniert hat
Autorin: Isabell Steinböck
Premiere: 07.01.2012
Die nächsten Aufführungen: 13., 19., 22.01., jeweils um 19.30 Uhr
Aufführungsort: Städtische Bühnen Münster, Neubrückenstraße 63, 48143 Münster
Premiere in Dortmund: "Geierabend"
Als Ruhrgebiets-Antwort auf den Kölner Karneval, gleichzeitig inspiriert von der domstädtischen "Stunksitzung", entwickelte das Dortmunder Theater Fletch Bizzel vor zwanzig Jahren den "Geierabend". Seit 1992 hat die kabarettistische Schau ständig an Beliebtheit gewonnen. 36 Vorstellungen werden im Januar und Februar in der Jugendstil-Zeche Zollern gezeigt. Nachdem man im vergangenen Jahr bekannte Nummern früherer Sessionen recycelt hat, ist für 2012 ein komplett neues Programm angekündigt. Wieder dabei sind das "Original Jallermann Klangtett", "Die zwei von der Südtribüne", "Miss Annen" und der Steiger, der erneut den 28 Kilo schweren Orden "Pannekopp" verleihen will.
Fazit: Politisch war der Geierabend in früheren Jahren schon bissiger. Den Zeitgeist von Internet-Flirtbörsen, Wellness bei der Bundeswehr oder der Schwulenquote beim DFB trifft er dagegen mit reviertypisch lakonischem Mutterwitz.
Autor: Martin Burkert
Nächste Aufführungen:12., 13., 14., 15. 01. jeweils um 19.30 Uhr (Sonntags 18.30 Uhr), weitere Termine bis 21. 02.
Aufführungsort: Zeche Zollern II/IV, Grubenweg 5, 44388 Dortmund-Bövinghausen.
Redaktion:
Simone Thielmann






