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Premiere in Bochum: "Das Leben ist ein Fahrrad" von Biljana Srbljanovics
Als Chronistin des Balkankrieges Ende der neunziger Jahre wurde Biljana Srlbljanovic bekannt. Das neue Stück der serbischen Autorin wirkt auf den ersten Blick privater. In "Das Leben ist ein Fahrrad" erzählt sie Geschichten von Vätern und Töchtern, von Konflikten zwischen den Generationen und der Sehnsucht nach abwesenden Eltern. Bochums Intendant Anselm Weber inszeniert das Auftragswerk in den Kammerspielen.
Fazit: Private Geschichten über Väter und Töchter, zusammen gefügt zu einem traurigen und bösen Gesellschaftspanorama. Regisseur Anselm Weber setzt das pointiert geschrieben Stück perfekt um mit ausgezeichneten Schauspielern.
Autor: Stefan Keim
Premiere: 03.12.11
Die nächsten Aufführungen: 06.12., 19.30 Uhr;
11.12., 17.00 Uhr; 28.12., 19.30 Uhr
Premiere in Essen: "Michael Kohlhaas" nach Heinrich von Kleist
Er ist einer der gewalttätigsten Rächer der Literaturgeschichte: Weil ihm vom korrupten Rechtsstaat Unrecht geschah, mordet und brandschatzt der Pferdehändler Michael Kohlhaas maßlos - als wollte er eine ganze Welt zerstören. "Lieber ein Hund sein, wenn ich von Füßen getreten werden soll, als ein Mensch!" ist seine Devise. Ein wahnsinniger Verbrecher oder ein heroischer Rebell? Sozialkritische Selbstjustiz oder bloß private Rachgier? Das Schauspiel Essen hat die 1808 publizierte Novelle von Heinrich von Kleist nun dramatisiert und konzentriert sich in der Inszenierung von Regisseur Christoph Roos vor allem auf die Frage: Darf Gerechtigkeit mit Gewalt durchgesetzt werden?
Fazit: Regisseur Christoph Roos zeigt in seiner interessanten Inszenierung, wie weder Rebell Kohlhaas noch repressiver Staat im Sinne einer höheren Gerechtigkeit handeln. Aber wo die Ideale fehlen, bleibt nur die Gewalt.
Autorin: Nicole Strecker
Premiere: 02.12.11
Die nächsten Aufführungen: 09.12., 19.30 Uhr;
17.12., 19.00 Uhr; 19.12., 10.30 Uhr
Premiere in Dortmund: Bellinis "Norma" im Opernhaus
Die Situation ist brisant: die Priesterin Norma steht zwischen ihrem Amt, der Loyalität zu ihrem unterdrückten Volk und ihrer heimlichen Liebe zum Chef der Besatzungsmacht. Und als der sie betrügt, drängen Schuldgefühle, Rache und Verzweiflung Norma zu einer fatalen Entscheidung… In den 1950er Jahren erlebte die hochdramatische Oper von Vincenzo Bellini eine gefeierte Wiederentdeckung durch den Superstar Maria Callas. In der Neuinszenierung am Theater Dortmund wagt sich die junge Sopranistin Miriam Clark an die heikle Partie und an das berühmte Highlight "Casta Diva".
Fazit: Gut gesungen, kompetent musiziert: musikalisch kann Norma in Dortmund überzeugen. Die Inszenierung würde man allerdings gern gegen eine der üblichen konzertanten Bellini-Aufführungen eintauschen. Eine theatralische Null-Lösung in einer niederschmetternd hässlichen Bühnen- und Kostümausstattung in muffigem Braun und Grau.
Autorin: Ulrike Gondorf
Premiere: 03.12.11
Die nächsten Aufführungen: 11.12., 19.00 Uhr;
14.12., 19.30 Uhr; 26.12., 18.00 Uhr
Redaktion:
Frank Höller






