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Unter gleißender Sonne quält sich ein junger Deutscher in der Mittagszeit durch den kleinen sizilianischen Ort Noto. Svenja, seine allzu erfolgreiche Freundin, mit der der Autor zum gemeinsamen Arbeitsaufenthalt hergekommen ist, ist plötzlich verschwunden. Bei einem Ausflug ins Hinterland ist die ehrgeizige Geisteswissenschaftlerin aus dem Wagen ausgestiegen, hat ein verfallenes Haus betreten und ist seither nicht wieder aufgetaucht. Überraschenderweise steht der Ich-Erzähler Svenjas Verschwinden jedoch gleichgültig gegenüber. Insgeheim freut er sich sogar, endlich allein auf der Insel zu sein. Die Polizei alarmiert er nicht. Besorgte Freunde werden ihm zunehmend lästig, genauso wie Svenjas Habseligkeiten, die er in Flughafenschließfächern unterbringt.
Zunehmend verfängt er sich in seinem Lügengebäude, das ihm schließlich zum Verhängnis wird. Mit "Weiße Stunde" hat der studierte Film- und Fernsehregisseur Florian Scheibe das intime Bekenntnis eines Mannes geschrieben, der ein bisschen mehr vom Leben will, als er hat und der deshalb die fragwürdige Chance nutzt, die sich ihm zufällig bietet.
Autor/in:
Claudia Cosmo
Redaktion:
Ruth Dickhoven
Literaturhinweis
Florian Scheibe: Weiße Stunde
Roman
205 Seiten € 20,40.
Luftschacht Verlag







