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Bereits zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren steht der junge österreichische Schriftsteller Clemens Setz auf der Shortlist des "Deutschen Buchpreises". In diesem Jahr ist der 29jährige für seinen Roman "Indigo" nominiert.
Ein Mathematik-Lehrer namens Clemens Setz wird darin als Praktikant in ein rätselhaftes Internat in der Steiermark geschickt. Dort werden Kinder mit "Indigo-Syndrom" interniert. Jeden, der diesen Kindern zu nahe kommt, befallen Übelkeit, Schwindel, Durchfall und heftige Kopfschmerzen. Der Nachwuchs-Pädagoge beginnt, dem rätselhaften Verschwinden solcher Indigo-Kinder nachzuspüren. Clemens Setz, der Romanautor, der von der Comic- und Computerkultur mindestens so sehr beeinflusst ist wie von Thomas Pynchon oder Kafka, hat aus dem mysteryhaften Grundeinfall seines Buchs einen komplexen, vielschichtig verrätselten Roman gemacht, der den kruden Realismus traditionellen Erzählens weit hinter sich lässt. Den Leser aber befriedigt sein Roman nicht wirklich. Szenen und Dialoge bleiben inhaltlich und atmosphärisch dünn, eine hohle Virtuosität verdeckt die existenzielle Flachheit des Ganzen, und letztlich beginnt man sich über dem Übermaß an ironischen Vexierspielen auch verhältnismäßig rasch zu langweilen.
Fazit: Der 29 Jahre alte Clemens Setz ist zweifellos ein begabter Autor und Verrätsler. Von der Meisterschaft der wirklich großen Verrätsler in der Literatur - Julio Cortazar, Thomas Pynchon, Antonio Tabucchi - ist der junge Mann aber noch ein gutes Stück entfernt.
Autor/in:
Günter Kaindlstorfer
Redaktion:
Ruth Dickhoven
Indigo von Clemens J. Setz
Roman
479 Seiten - € 22,95
Suhrkamp Verlag







