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Service Bühne 02.01.12: Premieren in Düsseldorf, Köln und Mönchengladbach
Moderation: Sebastian Wellendorf
Premiere in Düsseldorf: "Figaro" nach Wolfgang Amadeus Mozart
Figaro und Susanna wollen heiraten, aber Graf Almaviva, dem sie dienen, versucht, das zu verhindern. Aus dieser Konstellation haben Wolfgang Amadeus Mozart und sein Librettist da Ponte ein Verwirrspiel entwickelt, in dem die Zuschreibungen der Geschlechter, der sozialen Rollen und des Dramas verschwimmen. Regisseur Markus Bothe bringt den "Figaro" nun in Düsseldorf auf die Schauspielhaus-Bühne - nicht jedoch als Konkurrenz zur Oper. Bothe interessieren vielmehr die psychologischen und politischen Implikationen des Stückes.
Fazit: Im "Figaro" lügen, betrügen und intrigieren alle um die Wette, und unwillkürlich denkt man an die vielen Politikerskandale des abgelaufenen Jahres. Die Düsseldorfer Darsteller jedenfalls stehen am Schluss in den Bühnentrümmern. Aber diese politische Dimension wird nur angedeutet, in der Hauptsache ist dieses kurzweilige Mozart-Musical ein Riesenspaß.
Autorin: Dina Netz
Premiere: 30. Dezember 2011
Die nächsten Aufführungen: 4., 8., 13., 17., 27.01.,
jeweils 19.30 Uhr
Premiere in Köln: "Wir Kinder von Theben" nach Euripides
Eine Stadt in der Krise. Die beiden Söhne des abgedankten Königs streiten um die Macht. Einer von ihnen ist ins Exil gegangen und steht an der Spitze eines feindlichen Heeres vor den Toren. "Wir Kinder von Theben" nennt das Schauspiel Köln seine Bearbeitung einer antiken Tragödie von Euripides. Der 31-jährige Regisseur Robert Borgmann hat das Stück in der Schlosserei inszeniert.
Fazit: Robert Borgmann inszeniert Bruchstücke. Für jede Szene findet er eine andere Spielform. Doch einen Bezug zur Gegenwart entwickelt die Aufführung nicht. Sie bleibt ein unsortiertes Sammelsurium von Gedanken mit ausgezeichneten Schauspielern.
Autor: Stefan Keim
Premiere: 21. Dezember 2011
Die nächsten Aufführungen: 11., 12., 18., 19., 22., 23.01.,
jeweils 20.00 Uhr
Premiere in Mönchengladbach: "Ein Sommernachtstraum" von William Shakespeare
"Ein Sommernachtstraum" ist Shakespeares meistgespieltes und meistadaptiertes Stück für Schauspiel, Ballett, Musik oder Film. Das poetische Märchendrama wurde etwa um 1595 uraufgeführt und in Deutschland von den Romantikern entdeckt. Seitdem ist es von den Spielplänen nicht mehr wegzudenken. Die Vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach haben das Werk jetzt auf den Plan gesetzt und mit der 36-jährigen Christine Hofer eine verhältnismäßig junge Regisseurin ans Regiepult gelassen.
Fazit: Das Grundarrangement mit 4000 echten Äpfeln auf schwarzem Lackboden weckt vielversprechende Assoziationen. Der dann folgende oberflächliche Schnickschnack, mit dem die Liebeswirren in die Jetztzeit gehievt werden sollen, bleibt jedoch enttäuschend flach.
Autor: Martin Burkert
Premiere: 9. Dezember 2011
Weitere Aufführungen: 11., 13., 14.01., jeweils 20.00 Uhr
Redaktion:
Simone Thielmann






