s
Die Pisa-Studie ist vermutlich das, was die meisten Menschen mit der OECD verbinden. Vor allem in Deutschland hat die Schulleistungsstudie großes Echo gefunden. Der eigentliche Fokus der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, liegt allerdings, wie der Name schon sagt, auf ökonomischen Fragestellungen. Dort erstellt die OECD die meisten der etwa 250 Studien, die sie pro Jahr veröffentlicht.
Seit ihrer Gründung ist sie auch ein Forum, in dem sich die Mitgliedsländer ständig zu wirtschaftlichen Problem austauschen und abstimmen. Das war schon beim historischen Vorgänger so, der sehr ähnlich hieß: Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die OEEC wurde nach dem 2. Weltkrieg ins Leben gerufen, um die Hilfen für Europa aus dem Marshallplan zu koordinieren. Entsprechend waren die Empfängerstaaten, die USA und Kanada hier versammelt. Als der Marshallplan in der 50er Jahren auslief, wollten sie auf den Austausch nicht mehr verzichten.
Im September 1960 wurde deshalb aus der OEEC die OECD. Die zentralen Werte, Demokratie und Marktwirtschaft, sind seitdem unverändert geblieben. International freier Waren- und Kapitalverkehr sind dementsprechend Kernziele der Organisation. Gleichzeitig formuliert sie Standards, um den negativen Seiten der Globalisierung entgegenzutreten. Wegen der liberalen Ausrichtung werden die Analysen der OECD häufig von Gewerkschaften kritisiert – zum Beispiel hat die Organisation im letzten Deutschlandbericht empfohlen, den Kündigungsschutz zu lockern, was der Deutsche Gewerkschaftsbund entschieden zurückgewiesen hat.
Autor/in:
Andreas Braun






