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Die neue Karte ist mit Bild: Und damit soll vor allem der Karten-Missbrauch gestoppt werden. So gab es bisher einen schwungvollen illegalen Handel mit verlorenen, oder gestohlenen Versichertenkarten, Unbefugte gingen auf Kassenkosten zum Arzt. Damit soll Schluss sein, dank des Passbildes auf der neuen Karte.
Doch das ist zur Zeit der einzige Zusatznutzen: Alles andere, was mit der neuen Gesundheitskarte versprochen wurde, ist noch nicht möglich, wie zum Beispiel die Speicherung von Notfalldaten,dass Ärzte elektronisch Rezepte in die Apotheke schicken. Und ebenfalls noch nicht möglich: die elektronische Partientenakte, mit deren Hilfe sich Ärzte und Krankenhäuser schnell ein Bild über den Gesundheitszustand des Patienten machen können Bis alle versprochenen Zusatzfunktionen wirklich anwendbar sein werden, kann es gut noch acht bis neun Jahre dauern.
Vorerst wird also wie bisher ein Stück Plastik ausgetauscht, erst in einem Teil Nordrhein-Westfalens, und dann nach – und nach bundesweit. Ob diese Aktion Sinn macht, daran zweifeln mittlerweile Experten. Sie schlugen erfolglos vor, die ganze Einführung erst einmal zu verschieben, bis die Karte wirklich mehr kann als die alte. Dafür müssen noch einige technische Probleme gelöst werden. Ein Beispiel: Die hohen Hürden des Datenschutzes:
Sollen demnächst medizinische Daten auf der Karte gespeichert werden, dann müssen sowohl Arzt als auch Patient lange Pin-Nr. in das Lese-Gerät eingeben. Beiverschiedenen Tests aber hat sich gezeigt, das dies viel zu viel kostbare Arbeitszeit in der Praxis in Anspruch nimmt. Gerade ältere Patienten schafften es kaum, die sechstellige Pin-Nr. in vorgeschriebenen 10 Sekunden einzutippen – doch klappt das nicht, folgt der Abbruch, die ganze Prozedur beginnt von vorne. Hier müssen andere Lösungen gefunden werden. Ein weiteres Problem: Viele Arztpraxen sind noch nicht mit modernen, online-fähigen Lesegeräten ausgerüstet. Überhaupt stehen viele Ärzte der Karte skeptisch gegenüber. Sie befürchten, in Zukunft gebe es den gläserne Patienten, es bestehe die Gefahr, dass Unbefugte, Arbeitgeber, Pharmaunternehmen, Zugriff auf Gesundheitsdaten erhalten. Datenschützer weisen diese Befürchtungen zurück. Die Daten seien sicher. Patienten in der Zukunft haben die Wahl ob sie wirkliche alle Anwendungen nutzen wollen, wie z.B. die elektronische Patientenakte. Gezwungen wird dazu keiner. Eins aber ist Pflicht: Wer jetzt von seiner Kasse angeschrieben und um ein Passfoto gebeten wird, der muss dem nachkommen. Denn ohne Foto keine neue karte, und ohne neue Karte gibt es demnächst keinen Versicherungsschutz mehr.
Autor/in:
Martina Kippels
Stichwort Wirtschaft: Gesundheitskarte (ein Beitrag von Martina Kippels)







