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Ziffern und Schriftzug "Profit" (Rechte: WDR / picture alliance)
Sendung vom 28.03.2011, 18:05 bis 18:30 Uhr
Bild: Aufschrift Eurobahn auf einem Zug; Rechte: dpa

 500 Betreiber auf deutschen Schienen

Stichwort Wirtschaft

Die Privatbahnen in Deutschland

Moderation: Frank Wörner

Bahn fahren – das verbinden viele Fahrgäste noch immer ausschließlich mit einem Unternehmen: der Deutschen Bahn. Doch die hat schon lange nicht mehr das uneingeschränkte Hoheitsrecht auf den Gleisen. Mit der Bahnreform von 1994 musste der Monopolist auch private Wettbewerber auf die Schienen lassen.  

Investoren nutzten die Chance und gründeten private Bahnunternehmen. Auch Länder, Kreise und Städte wurden zu Bahnbetreibern. Heute gibt es deutschlandweit über 500 Unternehmen im Personen- und Güterverkehr, sogenannte nichtbundeseigene Eisenbahnunternehmen. Die meisten dieser Unternehmen sind mit dem Transport von Gütern beschäftigt. Laut Eisenbahnbundesamt haben über 300 Bahnbetreiber eine Genehmigung, Waren auf deutschen Gleisen zu befördern. Besonders Güter wie Kohle, Eisen und Heizöl sind wieder gefragt wie vor zwei Jahren. Gerade die gute Konjunktur in der Stahlindustrie kurbelt das Transportgeschäft an.  

Und auch wer selbst öfters im Zug sitzt, stößt hier und da auf das Angebot einer Privatbahn. In den meisten Fällen arbeiten die Unternehmen für einen Verkehrsverbund im Nahverkehr. Diese Verbünde bestimmen auch, wie viel ein Zugticket der Privatunternehmen kostet. Verlässt man das Verbundsgebiet, gelten für den Reisenden wieder die Tarife der Deutschen Bahn.  

Besonders stark verbreitet ist die Konkurrenz des ehemaligen Staatsriesen in Norddeutschland. Dort  sind acht große Unternehmen tätig. Aber auch NRW hat viele Züge privater Bahngesellschaften im Einsatz – vor allem in Ostwestfalen, im Münsterland, im Sauerland und im Ruhrgebiet.   

Trotzdem: Unternehmen wie Abellio oder die Eurobahn decken bundesweit zusammen nur maximal ein Fünftel des gesamten Regionalverkehrs ab. Ein Grund, warum in vielen Städten Reisende und Pendler größtenteils auf Züge der Deutschen Bahn ausweichen können. Wegen den laufenden Tarifverhandlungen mit der GdL streikt beim Marktführer im Gegensatz zu den Privatbahnen heute niemand.  

Autor/in:

Kerstin Schreiber

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