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Deutschland ist ein rohstoffarmes Land. Außer Kohle hat es nicht viel zu bieten. Die Förderung der deutschen Steinkohle ist allerdings teuer. Sie muss aus der Tiefe geholt werden. In anderen Ländern geht das viel einfacher, da kann die Steinkohle sogar über Tage gefördert werden, ohne komplizierte Technik und Schachtanlagen. Und deshalb ist es viel billiger, Kohle zur Stromerzeugung im Ausland einzukaufen, als sie selbst zu fördern.
Trotzdem waren deutsche Politiker lange Zeit der Überzeugung, auf die heimische Kohle nicht verzichten zu wollen. Dafür gab es mehrere Argumente: Man brauche eine autarke Energieversorgung, dürfe sich nicht ausschließlich auf Lieferungen aus dem Ausland verlassen. Auch soziale Argumente spielten eine Rolle: Ganzen Regionen – insbesondere dem Ruhrgebiet – drohe Verelendung, wenn man die deutschen Zechen schließe.
Deshalb wird die deutsche Steinkohlenförderung subventioniert. Der Staat gleicht durch seine Zahlungen die Differenz zum Weltmarktpreis für Kohle aus und hält so die deutsche Förderung künstlich wettbewerbsfähig. Gleichzeitig wird in den betroffenen Regionen der Strukturwandel vorangetrieben, auch das gefördert mit Geld vom Staat. Nach und nach werden Zechen geschlossen, nach dem Steinkohleförderungsgesetz, das Bund und die Länder Nordrhein-Westfalen und Saarland beschlossen haben, soll dann 2018 das Ende des deutschen Steinkohlebergbaus endgültig erreicht sein.
Die Subventionen sind in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen, in diesem Jahr liegen sie noch bei 1,5 Milliarden Euro, Mitte der neunziger waren es noch fünfeinhalb Milliarden. Kritiker bemängeln allerdings, dass mit dem Geld ein Wirtschaftszweig künstlich am Leben gehalten werde, der zudem noch ökologisch zweifelhaft sei. Statt die Subventionen in die Kohle zu stecken, könnte man viel mehr erneuerbare Energien fördern.
Autor/in:
Klaus Scheffer






