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Der deutsche Industrie- und Handelskammertag DIHK ist das Sprachrohr der gewerblichen Wirtschaft: Er bündelt die Interessen der einzelnen Industrie- und Handelskammern und vertritt sie gegenüber Politik und Verwaltung. Dabei ist der DIHK sowohl in Deutschland als auch international tätig. Während die Kammern die Rechtsform öffentlich-rechtliche Körperschaft haben, ist der DIHK ein eingetragener Verein.
Alle deutschen Unternehmen sind per Gesetz Mitglied einer Industrie- und Handelskammer – ausgenommen sind Handwerksbetriebe und landwirtschaftliche Betriebe, außerdem auch Freie Berufe. Insgesamt haben die Kammern etwa 3,6 Millionen Mitglieder – da der Deutsche Industrie- und Handelskammertag letztlich sie alle vertritt, ist er eine mächtige Lobbyorganisation.
Freier Handel und Wettbewerb sind die obersten Prinzipien, die der DIHK seit seiner Gründung am 13. Mai 1861 vertritt. Bereits bei der ersten Sitzung wurden Problemfelder diskutiert, die dem im Weg standen: Währung und Zölle im deutschen Bund und einheitliche Maße und Gewichte waren damals die großen Themen. Die Rahmenbedingungen für die Mitgliedsunternehmen so gut wie möglich zu gestalten, das ist die Aufgabe, die der DIHK bis heute intensiv wahrnimmt. Dabei wehrt er sich immer wieder gegen staatliche Reglementierung der Wirtschaft. Die Abgabenlast der Unternehmen oder staatlich geforderte Bürokratie sind dabei zwei Bereiche, die immer wieder zu Konflikten zwischen DIHK und Regierung führen.
2011 hat der DIHK den Fachkräftemangel zu seinem Schwerpunkt gemacht. Etwa fünf Millionen Fachkräfte, warnt die Organisation, werden bis 2015 fehlen. Um dem entgegen zu steuern fordert der DIHK unter anderem Investitionen in Bildung und Ausbildung und Maßnahmen zur leichteren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das oberste Organ des DIHK ist die Vollversammlung – hier sind alle 80 Industrie- und Handelskammern durch ihren Präsidenten und ihren Hauptgeschäftsführer vertreten. Die Vollversammlung wählt den Präsidenten des DIHK und die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes.
Der Präsident des DIHK muss Unternehmer sein und zugleich Präsident oder Vizepräsident einer Kammer. Er repräsentiert die gesamte Organisation und damit die gesamte gewerbliche Wirtschaft gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Seit 2009 ist Hans Heinrich Driftmann an der Spitze. Er führt das Familienunternehmen Peter Kölln. Neben vielen ehrenamtlichen hat der DIHK rund 190 hauptamtliche Mitarbeiter, die dem Hauptgeschäftsführer unterstehen. Der Sitz des Deutschen Industrie- und Handelskammertags ist das Haus der deutschen Wirtschaft in Berlin.
Autor/in:
Andreas Braun






