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Stichwort Wirtschaft
Reiche Rentner, arme Rentner – Vermögensverteilung im Alter
Moderation: Frank Wörner
„Statistisch gesehen, ist die Wahrscheinlichkeit, auf ein armes Kind zu stoßen, fünfmal größer als die, auf einen armen Rentner zu stoßen“. So fasst der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen die Einkommensverteilung in Deutschland zusammen. Nicht ganz so drastisch fallen die Ergebnisse der Armutsstudie aus, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung regelmäßig erhebt, doch die Tendenz geht in dieselbe Richtung. Nach seiner neuesten Erhebung lebten 2008 knapp 25 % der Kinder und jungen Erwachsenen in Haushalten unterhalb der Armutsschwelle. Deutlich seltener von Armut bedroht sind die ersten Jahre nach der Verrentung, also die Altersgruppe der 66- bis 75-Jährigen. Nur 12 % dieser Altersgruppe gelten als arm. Die meisten leben allein. Denn wer alleine lebt, muss mit weniger Geld auskommen als ein Paar, das Armutsrisiko von Singles ist deshalb erheblich höher. Auch nach dem 76. Lebensjahr reicht das Geld häufig nicht mehr zum Leben, sei es, weil der Mann gestorben ist und die Frau nun mit einer deutlich geringeren Rente auskommen muss, sei es, weil durch die Pflegebedürftigkeit eines Partners größere Ausgaben anfallen. Deshalb müssen immer mehr alte Menschen von der so genannten Grundsicherung leben, also der staatlichen Leistung, die früher Sozialhilfe hieß. Ihre Zahl ist von rund 250 000 im Jahr 2003 auf 400 000 in 2009 gestiegen. Insgesamt, so lautet das Fazit der Wirtschaftsforscher, hat sich die Wohlfahrtsposition von Älteren in Deutschland aber in den letzten Jahren verbessert. Vor allem die jungen Alten verfügen über überdurchschnittlich hohe Einkommen und Vermögen.
Autor/in:
Ulla Foemer







