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Werden Waren und Dienstleistungen über einen längeren Zeitraum immer billiger, sprechen Volkswirte von einer „Deflation“. Sie ist also das Gegenteil von „Inflation“.
Die Deflation kann viele Ursachen haben: Eine ist die Vorsicht der Verbraucher und Unternehmen in einem wirtschaftlichen Abschwung. Die Verbraucher fürchten um ihren Arbeitsplatz, erwarten, dass ihr Einkommen sinkt und halten deshalb ihr Geld zusammen. Auch die Unternehmen halten sich zurück und investieren nur, wenn es unbedingt sein muss. Die Konsequenz: Die Nachfrage nach Gütern, Waren und Dienstleistungen sinkt. Das Angebot an Gütern bleibt aber zunächst in etwa gleich: Es gibt also ein Überangebot – was schließlich die Preise drückt und zu einer Abwärtsspirale aus weiter fallenden Preisen und einer schrumpfenden Produktion führen kann. Denn da die Verbraucher mit immer weiteren Preissenkungen rechnen, halten sie sich mit Anschaffungen weiter zurück.
Um den Einnahmeausfall zu kompensieren, sparen die Firmen auch bei ihren Personalausgaben, was langfristig zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führt und die Situation noch weiter verschärft. Bei einer stark exportorientierten Volkswirtschaft wie der deutschen kann auch das Ausland eine Deflation auslösen. Beispielsweise wenn die Nachfrage aus dem Ausland weg bricht, weil dort die Konjunktur schwächelt.
Von einer Deflation profitieren Verbraucher mit einem festen Einkommen. Denn die Preise sinken, das Einkommen bleibt aber gleich – es kann also mehr konsumiert werden. Das ist erfreulich, so lange der Arbeitsplatz sicher ist. Wer jedoch Schulden hat, wird durch die Deflation benachteiligt. Denn die über Kredite finanzierten Güter verlieren an Wert – aber der Kredit muss weiterhin in der fest gesetzten Höhe zurück gezahlt werden.
Autor/in:
Anne Schneider
Stichwort Wirtschaft: Deflation (ein Beitrag von Anne Schneider)







