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Im ersten Halbjahr 2010 haben sich so viele Arbeitnehmer krankgemeldet, wie seit fünf Jahren nicht mehr. Das ergeben neueste Zahlen des Bundesgesundheitsministerium. Verglichen mit dem Vorjahr ist der Krankenstand um 10 Prozent gestiegen - trotzdem aber haben Arbeitgeber in Deutschland keinen Grund zur Klage, Deutschlands Arbeitgeber können beruhigt sein: Wegen Krankheit melden sich ihre Beschäftigten nur selten von der Arbeit ab. So fällt denn auch das gemeldete Fünf-Jahres-Hoch milde aus: Fehlten Mitarbeiter 2005 im Schnitt an rund siebeneinhalb Tagen, könnten Ende 2010 daraus 8 Tage werden, wenn sich die bisherige Entwicklung fortsetzt.
Insgesamt aber geht der Krankenstand seit Jahrzehnten zurück: So meldeten sich in den 70igern, 80igern und auch 90er Jahren Beschäftigte wesentlich häufiger und länger krank als heute. Experten führen dafür unterschiedliche Ursachen an: So hat sich die Arbeitswelt verändert, schwere körperliche Arbeit, die auf Dauer krank macht, gibt es immer weniger. Auf der anderen Seite fördern Unternehmen zunehmend die Gesundheit ihrer Beschäftigten. Und auch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt spielt eine Rolle – steigt die Arbeitslosenquote – sinkt im Gegenzug dazu in der Regel der Krankenstand: Beschäftigte gehen zur Arbeit, auch wenn sie sich krank fühlen – aus Sorge um den Arbeitsplatz.
Das scheint im Moment weniger der Fall zu sein, als noch vor einem Jahr. Gezählt werden die Fehlzeiten von den Krankenkassen. Dabei erfasst werden die vorliegenden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zu einem bestimmten Stichtag, zum ersten eines jeden Monats: Die Zahlen werden dann hochgerechnet. Tage, an denen Beschäftigte ohne Krankschreibung fehlen, fließen also nicht in die Statistik ein. Da in vielen Betrieben Mitarbeiter erst ab dem vierten Tag eine Bescheinigung vom Arzt vorlegen müssen, dürften in der Statistik einige Tage fehlen. Hauptursachen seit Jahren für Krankmeldungen: Rückenschmerzen, Skelett- und Muskelerkrankungen, Atemwegsstörungen und in den letzten Jahren zunehmend psychische Erkrankungen. Für letzteres machen Ärzte die zunehmende Arbeitsverdichtung sowie einen verstärkten Leistungsdruck in den Betrieben verantwortlich.
Rein statistisch gesehen melden sich die meisten Beschäftigten montags krank. Das jedoch hat wenig mit dem Wunsch nach einem verlängerten Wochenende zu tun. Die einfache Erklärung: Zu den Kranken vom Montag kommen noch die von Samstag und Sonntag – die erst dann zum Arzt gehen. Das Beschäftigte also vorwiegend gern den Montag blau machen, ist nur ein Märchen.
Autor/in:
Martina Kippels-Haas





