s

Ziffern und Schriftzug "Profit" (Rechte: WDR / picture alliance)
Sendung vom 18.08.2010, 18:05 bis 18:30 Uhr
Bild: Strommasten im Rapsfeld; Rechte:mauritius

 Energie im Wandel

Stichwort Wirtschaft

Der Energiemix in Deutschland

Moderation: Karin Eschbach

Braunkohle vor Atomkraft, Steinkohle, den erneuerbaren Energien und Gaskraftwerken – das ist die Kurzform des deutschen Energiemixes. Wenn der diskutiert wird, spielt sie nur selten eine Rolle: Dabei stammt der meiste Strom hierzulande aus Kraftwerken für Braunkohle. Knapp 25 Prozent des Strombedarfs werden damit gedeckt. Vorteil der Braunkohle: Sie ist noch lange verfügbar, es gibt heimische Vorkommen und sie gilt als subventionsfrei. Großer Nachteil ist allerdings das viele CO2, das bei der Stromproduktion freigesetzt wird. Kein anderer Energieträger ist so klimaschädlich. Umweltschützer bezeichnen vor allem die älteren Braunkohlekraftwerke als Dreckschleudern.

Ganz anders bei der Nummer 2 der Stromproduktion, die kaum CO2 freisetzt: Atomkraftwerke liefern knapp 23 Prozent der Elektrizität – und das relativ günstig. Nachteile sind aber das Risiko eines Unfalls, der hochgiftige Atommüll und die ungeklärte Frage der Endlagerung. Platz drei geht an die Steinkohle, mit einem Anteil von 18 Prozent. Das liegt nur zum Teil an den heimischen Zechen: Denn mittlerweile wird deutlich mehr importierte als subventionierte, selbst geförderte Steinkohle verfeuert. Problem ist wie bei der Braunkohle das Kohlendioxid. Allerdings erzeugen neuere Kraftwerke erheblich weniger Schadstoffe. Außerdem wird derzeit überlegt, wie man das CO2 praktisch einfangen, in die Erde pressen und dort speichern kann.

Kohle- und Atomkraftwerke: Eins haben sie gemeinsam: Sie sind sozusagen etwas träge und lassen sich nicht so leicht rauf- und runterfahren. Sie eignen sich deshalb eher für die Abdeckung des Grundbedarfs an Strom. Viel schneller kann dagegen die Leistung von Gaskraftwerke angepasst werden. Sie liefern knapp 13 Prozent des Stroms, erzeugen zudem weniger CO2 als Kohle. Nachteil ist dagegen die Abhängigkeit von Gas-Importen.

Hierzulande verfügbar sind dagegen die Erneuerbaren Energien und decken insgesamt etwa 16 Prozent des Strombedarfs, vor allem dank der Windkraft, gefolgt von Biomasse- und Wasser-Kraftwerken. Solaranlagen liefern trotz erheblicher Förderung und Subventionen nur etwa 1 Prozent des Stroms. Hauptproblem bei Wind und Sonne: Die Stromproduktion hängt von Wetter ab und ist nicht planbar. Bis 2020 will die Bundesregierung den Anteil der Erneuerbaren Energien von jetzt 16 auf 30 Prozent steigern. Wie gleichzeitig der Klimaschutz verbessert, der Atomausstieg gelingen und die Versorgungssicherheit nicht gefährdet werden soll – und das alles zu bezahlbaren Strompreisen – das ist die Herausforderung. Fachleute sprechen auch vom Zieldreieck beim Energiemix: Versorgungssicherheit – Wirtschaftlichkeit – Umweltverträglichkeit. Und möglichst alles gleichzeitig.

Unsere Audios und Videos können Sie mit dem Macromedia Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
http://www.adobe.com/go/getflashplayer_de

Stichwort Wirtschaft, Autor: Jörg Marksteiner

nächste Sendung nächste Sendung




Radio zum Mitnehmen

Blaues Ohr mit Ohrstöpsel mit von ihm ausgehenden Sendewellen vor blauem Hintergrund (Rechte: WDR)

Profit als Podcast [mehr]

Service

Bild: Schriftzug Stichwort Wirtschaft; Rechte: WDR

Die Profit-Redaktion erläutert wichtige Begriffe aus dem Wirtschaftsleben [mehr]

Nachrichten

Blaue Weltkarte vor blauem Hintergrund (Rechte: WDR)

Aktuell bei WDR 5 [mehr]