s
Jugendliche und junge Erwachsene hat die Wirtschaftskrise als erste erwischt – die Krawalle in England, die heftigen politischen Proteste in Spanien, Italien, in Griechenland werden von Jugendforschern und Soziologen auch anhand der Gleichung "Kein Job – Keine Perspektive – Raus mit dem Frust" erklärt.
Schließlich ist zum Beispiel in Spanien die Jugendarbeitslosigkeit seit Beginn der Finanzkrise vor drei Jahren von 22,5 auf die europäische Rekordmarke von über 45 Prozent hochgeschossen – fast jeder zweite junge Mensch ohne Job. Im Ergebnis niedrigere, in der Dynamik aber ähnliche Entwicklungen in der Slowakei, Irland, Portugal. Rund jeder vierte junge Erwachsene ist in diesen Ländern ohne Arbeit. Deutschland schert aus diesem Trend aus – und zwar sehr deutlich. Neben Luxemburg ist Deutschland das einzige Land, in dem die Jugendarbeitslosigkeit in den letzten drei Jahren gesunken ist, auf gut 9 Prozent. Platz drei hinter den Niederlanden und Österreich, da ist die Situation noch etwas besser.
In der Summe heißt das: Stand Juni war knapp jeder zehnte ohne Job, in Köpfen angegeben heißt das: 430 000 junge Menschen im Alter von 15 - 24 Jahren, das entspricht fast den Einwohnerzahlen von Münster und Mülheim an der Ruhr zusammen.
Alles andere als ein Grund zur Freude, im europäischen Vergleich sind das aber noch sehr gute Zahlen. Der Grund dafür ist der sehr flexible Arbeitsmarkt. Viele Junge sind atypisch beschäftigt das heißt kein reguläre Job: Sondern Teilzeit- oder Leiharbeit, gern auch noch befristet, oder ein Mini-Job. Außerdem drehen viele Jugendliche eine Warteschleife, stecken zum Beispiel in einer berufsvorbereitende Maßnahmen. Sobald die Maßnahme zu Ende ist, kommt aber für viele das böse Erwachen, dann nämlich, wenn sie immer noch keine Arbeit finden. Die Jugendarbeitslosigkeit wird also oftmals nur nach hinten verschoben, das kritisieren auch die Gewerkschaftern.
Autor/in:
Frank Christian Starke







