s
Credit default swaps - Die Versicherung gegen säumige Schuldner
Stichwort Wirtschaft
Moderation: Frank Wörner
Seit Anfang der 90er Jahre gibt es sie, die Credit Default Swaps, kurz CDS, auf Deutsch: Kreditversicherungspapiere. Eigentlich eine tolle Sache: Mit einem CDS kann man sich dagegen absichern, dass jemand, dem man Geld geliehen hat, Pleite geht und sein Darlehen nicht mehr zurückzahlt. Geht dem Schuldner das Geld aus, dann springt der CDS-Anbieter ein: er zahlt den ausstehenden Betrag ganz oder teilweise zurück.
Natürlich sind solche Kreditversicherungen nicht kostenlos. Wer den Ausfallschutz haben will, muss dem Anbieter dafür eine Prämie zahlen. Das ist der Preis dafür, dass man ruhiger schlafen kann.
So weit so gut. Doch kritisch wird das Ganze, seitdem professionelle Spekulanten den CDS-Markt für sich entdeckt haben. Die handeln mit diesen Papieren, ohne dass sie selbst Kredite damit absichern wollen. Das unterscheidet ein CDS von einer echten Versicherungspolice.
Falls einem Bauern die Scheune abbrennt, ersetzt ihm seine Feuerversicherung den Schaden und er kann sich eine neue Scheune bauen.
Ganz anders beim entsprechenden CDS: Keiner der CDS-Händler muss Besitzer der Scheune sein, es handelt sich vielmehr um eine Wette unter Unbeteiligten – eine Wette auf den möglichen Brand der Scheune.
Und das halten viele Beobachter für ein Problem: Denn damit hat sich der Markt für CDS verselbstständigt, er hat abgehoben und mit dem eigentlichen Kreditgeschäft, das er absichern soll, kaum noch etwas zu tun. Schlimmer noch: Mit einem CDS kann man vom Schaden, der einem Dritten entsteht, profitieren.
Beispiel: Der Besitzer einer Versicherungspolice für griechische Staatskredite streut Gerüchte und schürt Panik, dass der griechische Staat bald pleite sein könnte und sein Schulden nicht mehr bezahlen kann. Prompt wird dieser Händler für seine Kreditabsicherung künftig eine höhere Prämie verlangen können. Andere Händler springen auf den Zug auf und so entsteht möglicherweise eine Spekulationswelle. Angst greift um sich, die Ausfallprämien für griechische Staatsschulden steigen, die CDS-Händler machen gute Geschäfte. Das Ergebnis ist eine spekulative Übertreibungen, die den griechischen Staat und den Euro in Gefahr bringt.
Kritiker fordern deshalb eine starke Begrenzung oder gar ein Verbot dieser Geschäfte.
Autor/in:
Wolfgang Otto
Stichwort Wirtschaft: CDS von Wolfgang Otto







