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Die Zahl der Ärmeren in Deutschland wächst nicht nur weiter – wer in Deutschland arm ist, wird auch immer ärmer. Verdiente ein Single der unteren Einkommensgruppe im Jahr 2000 im Schnitt noch 680 Euro netto, musste er 2008 mit 35 Euro weniger auskommen.
Andererseits steigt die Zahl der Reichen hierzulande – und wer reich ist, wird immer reicher. Einem Single der höheren Einkommensgruppe standen 2008 im Schnitt 300 Euro mehr zur Verfügung als noch 2000. Der Trend ist eindeutig und langfristig: Die Einkommensgegensätze vergrößern sich. Dabei wächst die Zahl der Menschen, die niedrige Einkommen beziehen noch stärker als die Gruppe, die ein hohes Einkommen zur Verfügung hat. Die Hauptursache für die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich ist aus Sicht der Ökonomen auf dem Arbeitsmarkt zu suchen: Wenn die Zahl der Beschäftigten zurückgeht, steigt die Zahl der Menschen, die wenig verdienen.
Dazu kommt: Die Mittelschicht schrumpft. Ein Alleinstehender dieser Bevölkerungsgruppe hat monatlich zwischen 860 und gut 1.800 Euro netto zur Verfügung. Nur noch 6 von 10 Menschen in Deutschland gehören dazu. Diese Entwicklung sorgt die Forscher ganz besonders: Mittlere Schichten begründen ihren Status nicht auf Vermögen, sondern auf Einkommen. Nur ein deutliches Anziehen der Konjunktur könne den Trend zur Einkommenspolarisierung umkehren. Außerdem stellen die Forscher die Frage, ob Menschen mit großen Gehältern nicht auch einen Beitrag zum Sparpaket leisten sollten.
Autor/in:
Gerda Leesing







