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Sechs Billionen Euro haben die Deutschen auf die hohe Kante gelegt. Dazu gehören Geldanlagen wie Aktien, Sparbücher sowie Anleihen und Sachwerte wie Immobilienbesitz, abzüglich der Schulden. Macht rein statistisch ein Vermögen von gut 88.000 Euro für jeden. Das im Jahr 2007, aus dem die jüngsten Statistiken stammen. Die Realität ist allerdings von diesem Durchschnitt weit entfernt. Tatsächlich besitzt das reichste Zehntel der Bevölkerung bei weitem den Löwenanteil am Vermögen. Nämlich satte zwei Drittel. Umgekehrt ausgedrückt: Zwei von drei Deutschen haben nichts oder kaum etwas zurückgelegt – wenn sie nicht sogar Kredite abstottern müssen. Damit steht das angeblich so auf Gerechtigkeit bedachte Deutschland nicht viel besser da als beispielsweise die gerne als unsozial verschrienen USA. Und die Lage wird auch nicht besser. Im Gegenteil: Wer heute reich ist, hat gute Chancen, in ein paar Jahren noch mehr Vermögen aufzuhäufen. So war es jedenfalls in der Vergangenheit: Besaßen die reichsten Deutschen im Jahr 2002 im Schnitt noch eine knappe halbe Million, war dieser Wert fünf Jahre später schon deutlich gestiegen: um fast 100.000 Euro. Auf der anderen Seite werden die Ärmsten immer weiter abgehängt von der Wohlstandsgesellschaft. Anders als beim Einkommen wird die Schere zwischen reich und arm in Deutschland langsam, aber stetig größer. Daran hat auch die Finanzkrise nichts geändert. Zwar haben Banken- und Börsencrashs die Wohlhabenden eine Menge Geld gekostet. Aber das war vor zwei Jahren. Dank der der Zentralbanken, die großzügig frisches Geld ins System gepumpt haben, konnten die Gut betuchten ihre Verluste inzwischen wieder mehr als ausgleichen. In Deutschland gibt es derzeit rund 430.000 Millionäre. Das ist ein knappes Viertel mehr als noch vor einem Jahr – und bringt uns auf Platz fünf im weltweiten Vergleich.
Autor/in:
Linda Staude







