s

Ziffern und Schriftzug "Profit" (Rechte: WDR / picture alliance)
Sendung vom 14.01.2011, 18:05 bis 18:30 Uhr
Bildkombo: Euro fällt in Einzelteile; Rechte: dpa

 Bleib stark

Stichwort Wirtschaft

Inflation

Was ist ein 50-Euro-Schein wert? 50 Euro, wird man antworten, ist doch klar, steht doch drauf. Aber: Was bedeutet das? Wenn ich in der Arktis ausgesetzt werden, ist mein 50-Euro-Schein nichts mehr wert, egal was drauf steht. Und genau das ist der Punkt: Geld ist immer nur soviel wert, wie die Güter, die man sich dafür kaufen kann. Für 50 Euro kann man sich in Deutschland zum Beispiel ein paar dicke Filetsteaks für die ganze Familie kaufen, oder drei mal mit dem Taxi zur Arbeit fahren oder einen Monat lang telefonieren und surfen.

Das Problem dabei: Wenn die Preise für Güter und Dienstleistungen steigen, dann wird das Geld weniger wert. Man kann sich weniger dafür kaufen. Genau das nennt man Inflation. Wie sehr die Preise steigen, also unser Geld an Kaufkraft verliert, das wird jeden Monat gemessen vom Statistischen Bundesamt (Verbraucherpreisindex).

Wie furchtbar eine sehr hohe Inflationsrate sein kann, wissen ältere Menschen noch aus eigener Erfahrung: 1923 stiegen die Preise im Deutschen Reich so rasant schnell, dass man am Ende eine ganze Schubkarrenladung mit Geldscheinen brauchte, um sich zum Beispiel ein neues Möbelstück zu kaufen. An dem Beispiel zeigt sich auch, warum eine starke Inflation schlecht ist: Im Extremfall ist das Gehalt, das man am Monatsanfang bekommt, am Monatsende schon nichts mehr wert. Gleichzeitig schmilzt das Geldvermögen auf der Bank wie Butter in der Sonne. Deshalb beobachten Regierungen und Notenbanken die Inflation mit Argusaugen. Ihr Ziel: In Europa sollte die Inflationsrate pro Jahr nicht über 2 Prozent liegen (Leitzins).

Außerdem: Wenn man wissen will, ob eine Gesellschaft wirklich reicher geworden ist, muss man die Inflationsrate immer abziehen. Zum Beispiel bei der Berechnung des Wirtschaftswachstums
(Bruttoinlandsprodukt). Auch Gewerkschaften achten bei ihren Lohnforderungen darauf. Denn: Was nutzt ein Gehaltsplus von 3 Prozent, wenn gleichzeitig die Preise um 3 Prozent steigen? Deshalb versuchen Gewerkschaften Tariferhöhungen auszuhandeln, die über der erwarteten Preissteigerungsrate liegen.

Unsere Audios und Videos können Sie mit dem Macromedia Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
http://www.adobe.com/go/getflashplayer_de




Radio zum Mitnehmen

Blaues Ohr mit Ohrstöpsel mit von ihm ausgehenden Sendewellen vor blauem Hintergrund (Rechte: WDR)

Profit als Podcast [mehr]

Service

Bild: Schriftzug Stichwort Wirtschaft; Rechte: WDR

Die Profit-Redaktion erläutert wichtige Begriffe aus dem Wirtschaftsleben [mehr]

Nachrichten

Blaue Weltkarte vor blauem Hintergrund (Rechte: WDR)

Aktuell bei WDR 5 [mehr]