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Ziffern und Schriftzug "Profit" (Rechte: WDR / picture alliance)
Sendung vom 13.07.2011, 18:05 bis 18:30 Uhr
Bild: Fische im Netz; Rechte: dpa

 Volle Netze, leere Netze

Stichwort Wirtschaft

Fischfangquoten

Moderation: Frank Wörner

Es dauert immer lange und am Ende sind immer alle doch noch zufrieden: Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ist der typische Satz, den Staatssekretäre und Minister von sich geben, nachdem sie für Deutschland die Fangmengen ausgehandelt haben. Immer wieder im Dezember machen die Fischereiminister den Sack zu und legen fest, wieviel Kabeljau, Dorsch, Scholle, Seelachs und anderes im nächsten Jahr in den europäischen Gewässern gefangen werden darf. Vorausgegangen sind monatelange Diskussionen und Rituale. Erst legt im Sommer die EU-Kommission ihren Vorschlag vor, der sich - wo immer möglich - an wissenschaftlichen Empfehlungen orientiert und meist fordert, die erlaubten Fangemengen müssten drastisch gekürzt werden, um die Fischbestände zu schonen. In der Folge schaffen es die 27 Fischereiminister, diese Vorschläge immer weiter zu verwässern. In pferdemarktähnlichen Verhandlungensrunden wird getauscht und verschoben, bis jeder – siehe oben – ein Ergebnis mit nach Hause nehmen kann, für das er von seinen Fischern nicht allzu sehr gescholten wird. Seit Mitte der 80er Jahre schon versucht die Europäische Union das Leerfischen ihrer Gewässer über das System der Fangquoten aufzuhalten. Für jede Fischereination wird dazu festgesetzt, wie hoch ihr Anteil an der Fangmenge liegt. Die EU-Gewässer wiederum werden in viele kleine Regionen aufgeteilt, für die je nach Fischart festgelegt wird, wieviel gefangen werden darf. Deutschland ist traditionell daran interessiert, vor allem in der Ostsee Dorsch und Hering zu fangen. In den vergangenen Jahren ist immer deutlicher geworden, dass die Fangquoten kein geeignetes Instrument sind, die Überfischung zu stoppen. Ein anderer Weg hat sich stattdessen bewährt, finden Kommissarin Damanaki, Fischer und Umweltschützer gleichermaßen: die langfristigen Management-Pläne. Wo sie etabliert sind, zum Beispiel für den Dorsch, entfällt das jährliche Schachern um Quoten, weil die Fangmengen vorauschauend festgelegt sind. Der Bestand erholt sich, Fisch und Fischer profitieren.

Autor/in:

Katrin Brand

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