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Sechs Brötchen beim Bäcker, macht 1 Euro 50 Cent. Ein Paket Vollwaschmittel: 3 Euro 99. Die Pizza aus der Tiefkühltruhe 1.99, die Pizza frisch aus dem Ofen beim Italiener an der Ecke: 9 Euro 45. Immer wenn irgendwo in Deutschland eine Kasse klingelt, zählt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Alle Waren, die verkauft, alle Dienstleistungen, die abgerechnet werden, addieren sich zum Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP.
Das Bruttoinlandsprodukt erfasst den Wert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres in einem Land angeboten und abgenommen werden. Das BIP misst also die wirtschaftliche Aktivität – nicht mehr. Das ist wichtig. Denn manchmal wird zu viel in das BIP hinein interpretiert. Den Wohlstand der Bürger misst das BIP zum Beispiel nicht.
Um zu erfassen, wie gut es den Bewohnern eines Landes geht, müssten auch alle Vermögenswerte berücksichtigt werden, also alle Häuser, Grundstücke und Wertpapierbestände, ja selbst der Wert des schönen Gartens, der vom Hausherren in liebevoller Heimarbeit gepflegt wird. Auch die Güte von Produkten und Dienstleistungen wird von den Statistikern in Wiesbaden nicht erfasst. Wie gut war die Behandlung beim Hausarzt? Das ist für den Patienten entscheidend, für die Berechnung des BIP ist es unwichtig. Was zählt, ist der Preis.
Ganz deutlich wird die eingeschränkte Aussagekraft des BIP, wenn man sich genauer anschaut, was da alles mitgezählt wird. So steigert zum Beispiel jeder Autounfall das BIP. Zu recht. Denn dabei wird unter Umständen die Dienstleistung eines Abschleppunternehmens in Anspruch genommen. Später verdient die Autowerkstatt bei der Reparatur oder der Autohändler der – nach einem Totalschaden - einen neuen Wagen verkaufen kann. Auch die Fabrik, die mit ihren Abgasen die Umwelt verpestet, steigert das BIP solange ihre Produkte Abnehmer finden.
Dennoch ist es wichtig zu messen. Denn an der Höhe des BIP lässt sich unter anderem ablesen, ob die Betriebe in einem Land genug zu tun haben. Wenn die Wirtschaftsleistung stark zurück geht, wie 2009, dann bedeutet das nichts Gutes für den Arbeitsmarkt. Denn für eine sinkende Zahl an Produkten und Dienstleistungen werden natürlich weniger Arbeitskräfte gebraucht. Ergebnis: Wenn die Wirtschaft nicht wächst, oder sogar sinkt, dann steigt die Zahl der Arbeitslosen.
Autor/in:
Wolfgang Otto
Stichwort Wirtschaft: Bruttoinlandsprodukt - Ein Beitrag von Wolfgang Otto








