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Kredite sind das Schmiermittel im Geschäftsleben. Jedes Unternehmen braucht sie. Weil Einnahmen und Ausgaben nicht gleichzeitig fällig werden. Oder um kurze Durststrecken zu überbrücken. Aber auch, um Investitionen in neue Maschinen, Anlagen oder Vorprodukte bezahlen zu können.
Diese Kredite bekommen die Unternehmen von den Banken. Allerdings: Die Bedingungen, unter denen die Kreditinstutute Geld an Unternehmen verleihen, können sehr stark schwanken. Wenn die Wirtschaft floriert, kommen die Firnen meit problemlos an Darlehen. Anders sieht das in einer Wirtschaftskrise aus. Dann schauen die Banken ganz genau hin, wem sie ihr Geld anvertrauen. IN einer Wirtschaftsflaute gehen mehr Firmen Pleite, das heißt: Für die Kreditinstitute steigt das Risiko, das verliehene Geld nicht mehr wieder zu bekommen. Deshalb stellen sie in der Krise höhere Anforderungen an die finanzielle Stärke ihrer Kunden; sie verlangen mehr Sicherheiten und wollen höhere Zinsen. Bis zu einem gewissen Grad ist diese Zurückhaltung der Banken in einer Wirtschaftskrise normal und nicht unbedingt Besorgnis erregend.
Wenn die Zurückhaltung aber übertrieben wird, drohen eine allgemeine Kreditklemme. Dann horten die Banken ängstlich ihr Geld und geben es kaum noch heraus - nicht einmal an solide Firmen mit guten Geschäftsideen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Abwärtsspirale: Mehr Unternehmen gehen Pleite, die Banken werden noch vorsichtiger bei der Kreditvergabe, es gibt noch mehr Pleiten usw. - bis die Wirtschaft nahezu zum Erliegen kommt.
Ob ein Land in einer Kreditklemme steckt oder nicht, das ist unter Experten meistens umstritten. Denn es gibt keine allgemeingültige, wissenschaftliche Definition, wann genau eine Kreditklemme existiert. Es ist eben schwer zu entscheiden, ob die Kreditzurückzahlung der Banken in einer Krise noch im Rahmen des Üblichen oder schon übertrieben und somit gefährlich ist.
Autor/in:
Wolfgang Otto
Stichwort Kreditklemme (Autor: Wolfgang Otto)







