s

Ziffern und Schriftzug "Profit" (Rechte: WDR / picture alliance)
Sendung vom 12.08.2010, 18:05 bis 18:30 Uhr
Bild: Grundsteuer-Stempel steht auf Stempelkissen und Euro-Noten und -Münzen liegen drum herum; Rechte: dpa

 Kommt keiner dran vorbei

Stichwort Wirtschaft

Grundsteuer

Grundsteuer zahlen in Deutschland alle Eigentümer von Grundstücken, Häusern, Wohnungen sowie land- und forstwirtschaftlichen Betrieben. Aber auch Mieter werden zur Kasse gebeten: Die Vermieter legen die Steuer in der Regel auf die Miete um. Die Grundsteuer ist die drittwichtigste steuerliche Einnahmequelle der Kommunen – nach dem Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer und der Gewerbesteuer. Im Gegensatz zur Gewerbesteuer ist die Grundsteuer für Städte und Gemeinden eine zuverlässige und damit attraktive Einnahmequelle: Wer im Grundbuch steht, muss zahlen. Ihre Höhe ist außerdem unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Die Steuer ist jedes Jahr fällig, egal, wie es um die Verhältnisse des Grundstückseigentümers steht. Die Höhe der Grundsteuer wird in einem mehrstufigen Verfahren ermittelt: Grundlage für die Berechnung ist der sogenannte Einheitswert des Grundstücks. Dieser Wert weist jedem Stück Land in Deutschland einen bestimmten Richtwert zu. Dieser Richtwert wird mit einem Hebesatz, den jede Kommune einmal pro Jahr festlegt, multipliziert. Daraus ergibt sich die Grundsteuer. Je nachdem, wie hoch der Hebesatz ist, kann die Grundsteuer von Kommune zu Kommune erheblich variieren. So sind Städte mit Nothaushalten zum Beispiel gezwungen, den höchstmöglichen Satz zu erheben, um die Haushaltslöcher zu stopfen. Die Grundlagen, die zur Berechnung der Steuer herangezogen werden, sind bereits ziemlich verstaubt: In den alten Bundesländern wird nach Einheitswerten besteuert, die 1964 festgestellt wurden. Noch älter sind die Zahlen, die im Osten Deutschlands verwendet werden. Sie stammen aus 1935. Vor allem die Ungleichheit zwischen West und Ost hat der Bundesfinanzhof nun kritisiert: Eine Reform der Grundsteuer steht bereits seit Jahren aus. Sollten die Grundstücke also neu bewertet werden, muss das jedoch nicht zwangsläufig zu einer höheren Belastung für Eigentümer und Mieter führen. Steuerexperten gehen davon aus, dass die Kommunen auf höhere Einheitswerte mit niedrigeren Hebesätzen reagieren.

Autor/in:

Gerda Leesing

Unsere Audios und Videos können Sie mit dem Macromedia Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
http://www.adobe.com/go/getflashplayer_de

Stichwort Wirtschaft: Grundsteuer - Autorin: Gerda Leesing




Radio zum Mitnehmen

Blaues Ohr mit Ohrstöpsel mit von ihm ausgehenden Sendewellen vor blauem Hintergrund (Rechte: WDR)

Profit als Podcast [mehr]

Service

Bild: Schriftzug Stichwort Wirtschaft; Rechte: WDR

Die Profit-Redaktion erläutert wichtige Begriffe aus dem Wirtschaftsleben [mehr]

Nachrichten

Blaue Weltkarte vor blauem Hintergrund (Rechte: WDR)

Aktuell bei WDR 5 [mehr]