s
Mit einem satten Überschuss haben die Krankenkassen das vergangene Jahr abgeschlossen – 1,1 Mrd € sind übriggeblieben. Und trotzdem wollen einige ihre Versicherten in diesem Jahr mit einem Zusatzbeitrag zur Kasse bitten. Bis zu 8 € im Monat müssen sie mehr bezahlen. Ein Widerspruch, der sich erst beim Blick auf das komplizierte Finanzsystem im Gesundheitswesen auflöst. Denn im Gesundheitsfonds klafft gleichzeitig ein großes Loch – fast 2,5 Mrd € fehlen hier. Aus dem Gesundheitsfonds aber erhalten die Krankenkassen ihr Geld. Und der wiederum speist sich aus den Beiträgen der Versicherten. Wegen der Konjunkturflaute ist allerdings weniger Geld in diesen Fonds geflossen, so dass der Staat mit einem Zuschuss beistehen musste. Der Betrag, den die Kassen erhalten, ist unabhängig davon, wie viel Geld tatsächlich dort hinein fließt. Er bemisst sich vielmehr nach dem Gesundheitszustand ihrer Versicherten. Viele Kassen kommen mit dieser Zuweisung aus, machen sogar Überschüsse, andere schreiben chronisch rote Zahlen. Zum Beispiel, weil ihre Versicherten häufiger und schwerer krank geworden sind als vorausberechnet. Oder weil sie eine aufwändigere Verwaltung haben. Immerhin sind die Verwaltungsausgaben der Krankenkassen im vergangenen Jahr auf 8,1 % je Versichertem gestiegen. Das größte Plus haben die Allgemeinen Ortskrankenkassen gemacht, die Kassenart also, der es in der Vergangenheit besonders schlecht gegangen ist. Mit einem Überschuss haben auch die Innungs- und Betriebskrankenkassen abgeschlossen, während es bei den Ersatzkassen wie der Barmer, der DAK oder der Techniker zu einem Defizit gekommen ist. Als Gegenmaßnahme zur Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium Fusionen. So ist innerhalb eines Jahres die Zahl der Kassen in Deutschland von 215 auf 169 Kassen gesunken, ein Schwund um 20 %.
Autor/in:
Ulla Foemer
Krankenkassenüberschüsse - Autorin: Ulla Foemer







