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Das deutsche Steuersystem schont die Geringverdiener. Das gilt zumindest für die Einkommensteuer. Wer maximal 8.000 Euro im Jahr verdient, zahlt gar keine Steuern.
Aber auch die Reichen wurden in den letzten Jahren bei der Einkommensteuer deutlich entlastet. Denn der sogenannte Spitzensteuersatz wurde kräftig gesenkt. Das ist vor allem das Verdienst der Rot-Grünen Regierungskoalition, die von 1998 bis 2005 in Berlin das Sagen hatte.
Mussten die Reichen noch in den siebziger Jahren einen Spitzensteuersatz von 56 Prozent zahlen, so betrug er ab 2005 nur noch 42 Prozent. Allerdings mussten die 56 Prozent nur von wirklich Reichen bezahlt werden, während der heutige Spitzensteuersatz schon bei zu versteuernden Einkommen ab 53.000 Euro im Jahr greift, das entspricht einem Monatseinkommen von 4.400 Euro. Den Spitzensteuersatz zahlen heute also auch schon viele Normalverdiener. Der Satz von 42 Prozent ist allerdings nur für das Einkommen fällig, das über dieser Grenze liegt. Ein Beispiel: Verdient jemand 96.000 Euro im Jahr, so zahlt er für die Einnahmen, die höher sind als 53.000 den Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Im Durchschnitt beträgt seine Steuerlast nur rund 33 Prozent.
2007 führte die neue Große Koalition aus CDU und SPD dann zusätzlich die sogenannte Reichensteuer ein. Dabei handelt es sich nicht um eine eigene Steuer, sondern um einen Aufschlag zum Spitzensteuersatz. Wer mehr als 250.000 Euro verdient, muss seitdem 45 Prozent Einkommenssteuer zahlen. Da Gewinneinkünfte aber ausgenommen sind, gilt diese sogenannte Reichensteuer in der Regel nur für sehr gut verdienende Angestellte. Gerade mal 40.000 Bundesbürger zahlen sie. Immerhin kommen dadurch rund 600 Millionen Euro zusätzlich in die Staatskasse.
Autor/in:
Uwe Möller






