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Ziffern und Schriftzug "Profit" (Rechte: WDR / picture alliance)
Sendung vom 08.09.2010, 18:05 bis 18:30 Uhr
Bild: Ältere Leute auf einer Parkbank; Rechte: dpa

 Werden die Zeiten unsicherer?

Stichwort Wirtschaft

Garantiezins der Lebensversicherung

Moderation: Karin Eschbach

Das niedrige Zinsniveau macht auch den Lebensversicherern zu schaffen, können sie neuen Kunden doch nur noch äußerst magere Renditen versprechen. Zwar ist die Kapitallebensversicherung nach wie vor mit die beliebteste Form der Geldanlage speziell für die private Altersvorsorge. Doch das könnte sich ändern, wenn die Versicherten nach den üblichen zwölf Jahren sparen nur noch wenig zusätzlich herausbekommen. Dieser Betrag setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Das ist zum einen die sog. Überschussbeteiligung, die davon abhängt, wie gut der Versicherer das Geld seiner Kunden angelegt hat. Zum anderen gibt es den Garantiezins, der unabhängig vom Auf und Ab auf den Finanzmärkten auf jeden Fall gezahlt wird. Seit 2007 sind das gerade einmal zweieinviertel Prozent, so wenig wie nie in der Geschichte der Republik. Der Garantiezins wird bei Abschluss des Vertrages festgelegt und gilt für die gesamte Laufzeit. Wer also bereits in den 90er Jahren eine Lebensversicherung abgeschlossen hat, kann sich derzeit noch über eine garantierte Verzinsung von vier Prozent freuen. Wer in Zukunft erst unterschreibt, steht sehr viel schlechter da. Denn die Versicherer können den Garantiezins nicht einfach selbst bestimmen. Er wird jedes Jahr per Verordnung vom Bundesfinanzministerium festgelegt – zur Vorsicht, damit die Gesellschaften nicht werbewirksam Renditen versprechen, die sie gar nicht erwirtschaften können. Empfohlen wird der Zinssatz von unabhängigen Versicherungsmathematikern. Grundlage dafür ist die durchschnittliche Rendite der Bundesanleihen in den vergangenen zehn Jahren. Der Garantiezins darf höchstens 60 Prozent davon betragen. Für das kommende Jahr haben die Experten bereits empfohlen, den Zins auf dem derzeitig niedrigen Niveau zu lassen. Für 2012 sieht es dagegen deutlich düsterer aus. Im Gespräch ist ein Wert unter zwei Prozent. Da der Garantiezins lediglich auf den Sparbeitrag der Versicherten gezahlt wird, abzüglich Abschluss- und Verwaltungskosten, ist das eine schlechte Nachricht für alle, die dann ein Lebens- oder private Rentenversicherung neu abschließen wollen. Denn in diesem Fall bekommen sie vom Versicherer nicht viel mehr als die Rückzahlung ihrer eigenen Beiträge garantiert.  

Autor/in:

Linda Staude

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