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Sendung vom 07.09.2010, 18:05 bis 18:30 Uhr
Bild: Euro-Noten; Rechte: dpa

 Das richtige Verhältnis

Stichwort Wirtschaft

Eigenkapitalregeln für Banken

Wenn Banken einen Kredit vergeben, stammt der nur zum geringsten Teil aus ihrem eigenen Geld. Der große Rest ist geliehen. Zum Beispiel von den Anlegern, die ein Guthaben auf einem Sparbuch der Bank haben. Das ist notwendig, um überhaupt genug Geld für das Kreditgeschäft zusammenzubekommen. Aber es ist auch riskant. Denn platzt der Kredit, dann haften nicht etwa die Eigentümer der Bank für den größten Teil des Verlustes, sondern die Kleinanleger. Im schlimmsten Fall, wenn die Bank pleite gehen sollte, verlieren sie ihre Spargroschen – oder der Steuerzahler muss einspringen, um die Bank zu retten. Die Kunst für die Banker liegt darin, so viel eigenes Geld einzusetzen, dass die Sparer genug Vertrauen in die Sicherheit haben, und so wenig, dass sie immer noch satte Gewinne machen können.

Gemessen wird das in der Eigenkapitalquote. Das heißt dem Verhältnis zwischen dem eigenen Geld der Bank und den vergebenen Krediten. Da die Banken in der Vergangenheit oft genug zu knauserig waren mit dem Eigenkapital, hat die Finanzaufsicht Mindeststandards festgelegt. Und zwar auf internationaler Ebene, in den sogenannten Baseler Abkommen. Derzeit gilt Basel II. Und dort ist geregelt, dass das Eigenkapital der Banken mindestens acht Prozent ihrer Kredite decken muss. Etwas mehr für riskante Kredite, etwas weniger für sichere. Im Vergleich zu anderen Branchen, wo die Quote bei bis zu 25 Prozent liegt, ist das wenig.

Zu wenig, wie die Finanzkrise gezeigt hat. Deshalb soll jetzt eine höhere Eigenkapitalquote verbindlich festgelegt werden. Das Ziel: Einerseits sollen die Banken ein dickeres Polster haben, damit sie im Krisenfall nicht so schnell vom Staat gerettet werden müssen. Zum anderen könnten die Banker auch weniger spekulationsfreudig werden, wenn sie ihr eigenes Geld riskieren. So weit, so einfach. Doch die Probleme liegen im Detail: Umstritten ist zum Beispiel was alles zum Eigenkapital gezählt wird. Lediglich das Geld der Aktionäre oder auch andere Formen der Beteiligung. Fraglich ist auch, wie schnell die Kreditinstitute sich frisches Eigenkapital verschaffen müssen. Haben sie zu wenig Zeit dafür, können sie lediglich eins tun, um die Vorschriften einzuhalten: Weniger Kredite vergeben. Und das würde den gerade erst neu angelaufenen Konjunkturmotor ziemlich schnell wieder abwürgen.          

Autor/in:

Linda Staude

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