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Der Begriff Mezzanine stammt aus der Architektur und bezeichnet in Italien den Zwischenstock eines Hauses. Übertragen auf die Finanzwelt bedeutet Mezzanine eine Kapitalart, die eine Mischform ist zwischen Eigenkapital und Fremdkapital. Dazu ein Beispiel: Wer einem Unternehmen Geld gibt, kann dies zum einen als Eigenkapital zur Verfügung stellen. Das wäre zum Beispiel bei Aktien der Fall. Der Geber des Eigen-Kapitals erwirbt Mitsprachrechte und ist am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Ein Kapitalgeber kann sein Vermögen zum anderen aber auch als Fremdkapital zur Verfügung stellen – zum Beispiel als Kredit. Dann erwirbt er keinerlei Mitspracherechte, erhält aber dafür aber ein verbindlicheres Rendite-Versprechen: Zum Beispiel einen festen Zinssatz. Dieser ist meist niedriger als die Rendite, die ein Eigenkapital-Geber erzielen kann. Aus gutem Grund: Wer Eigenkapital zur Verfügung stellt, geht ein höheres Risiko ein: Im Falle einer Insolvenz werden Eigenkapital-Geber als letzte berücksichtigt. Mezzanine-Kapital ist im Vergleich dazu eine Kreuzung: Was das Mitspracherecht, die Rendite und das Risiko angeht, bewegt sich Mezzanine-Kapital genau zwischen Eigen- und Fremdkapital. Das Highstreet-Konsortium hatte sich für den Kauf der Karstadt-Immobilien etwa ein Drittel des dafür benötigten Geldes als Mezzanine-Kapital besorgt. Kapitalgeber waren 80 bis 100 Hedgefonds und Banken. Diese haben sich damit zwar ein nur sehr eingeschränktes Mitspracherecht an Highstreet, aber dafür das Recht auf eine attraktive Rendite erworben. Und die ist abhängig von den Mietzahlungen, die im Zuge des Verkaufs von Karstadt deutlich gesenkt werden mussten. Diese Senkung gefährdete den Ertrag der Geldgeber – diese hatten daher ein Vetorecht. Und zwar jeder einzelne von ihnen. Hätte nur einer von ihnen die Zustimmung zur Senkung der Mieten verweigert – der Verkauf von Karstadt wäre geplatzt.
Autor/in:
Gerda Leesing
Stichwort Wirtschaft, Autorin: Gerda Leesing







