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Wer arbeitet, soll mehr Geld zur Verfügung haben, als jemand, der komplett von staatlicher Unterstützung lebt. Dieser Grundsatz gilt in Deutschland per Gesetz. Im Sozialgesetzbuch ist das geregelt. Als Maßstab gilt dabei, der Verdienst einer Familie mit zwei Kindern. Dabei wird verglichen, wie diese Familie mit Hartz 4 da steht, und wie viel Geld sie zur Verfügung hätte, wenn Vater oder Mutter als Hilfsarbeiter in der Industrie beschäftigt wären.
Diese Vergleichsrechnungen werden regelmäßig anhand der jeweils neuesten statistischen Daten durchgeführt. Damit soll überprüft werden, ob die staatliche Grundsicherung die richtige Höhe hat. Und ob es sich für Hartz-4-Empfänger überhaupt lohnen würde, eine Arbeit anzunehmen.
Das Ergebnis dieser Studien ist eindeutig. Für das Jahr 2009 hat das „Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik“ in Köln ausgerechnet: Das Haushaltseinkommen der Fünf-Personen-Musterfamilie lag bei 2.400 Euro pro Monat. Die gleiche Familie hätte mit Hartz 4 im Monat rund 360 Euro weniger gehabt. Bei kleineren Familien ist der Abstand noch größer. Zum Beispiel bei der weitaus größten Gruppe unter den Hartz-4-Empfängern, den Alleinstehenden. Sie kommen im Schnitt nur auf etwa die Hälfte des Einkommens eines Hilfsarbeiters.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der „Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband“ aufgrund von 200 Modellrechnungen. Behauptungen, mit Hartz-4 könne man mehr verdienen, als mit regulärer Arbeit, sind also mit äußerster Vorsicht zu genießen. Für Langzeitarbeitslose besteht in der Regel ein ausreichender finanzieller Anreiz, einen Job zu suchen.
Autor/in:
Wolfgang Otto






