Schokolade macht glücklich?!

- Profit am Samstag, 15.12.2012, 18:05 bis 18:30 Uhr
Schokolade macht glücklich!
Oder nicht?
Auch wenn Wissenschaftler bislang keine Beweise finden konnten: Ein Stückchen Schokolade hebt die Stimmung, kann einen miesen Tag versüßen. Doch was hier als süße Lust auf den Weihnachtsteller landet, ist für die Kakaobauern mehr als harte Arbeit.

- Schokolade - Lust und Last
Zunächst das Bittere: Die Nikoläuse, Pralinen und Schokoladenglasur für die Weihnachtsplätzchen enthalten möglicherweise Kakaobohnen, die unter mehr als unchristlichen Bedingungen geerntet wurden. Rund die Hälfte des Kakaos, der in deutscher Schokolade steckt, stammt von Plantagen der Elfenbeinküste. Die meisten Kakaobauer haben kaum das Nötigste zum Überleben. Sie erhalten nicht einmal ein Drittel des Exportpreises, der Meiste geht an Zwischenhändler, korrupte Beamte und Wegelagerer. Die Bauern können den Preis nicht beeinflussen, einzig bei den Arbeitskräften können sie die Löhne drücken.
Schuften statt Schule

- Kakaoernte - ein hartes Geschäft
Die Folge: Nach Schätzungen von Menschenrechts-organisationen arbeiten rund 200.000 Kindersklaven an der Elfenbeinküste. Statt in die Schule zu gehen, schuften Zehnjährige bis zu 14 Stunden täglich, bekommen dafür lediglich die allernötigste Nahrung. Zwar haben die Schokoladenhersteller Programme ins Leben gerufen, die den Bauern und Kindern den Schulbesuch ermöglichen und medizinische Versorgung gewährleisten sollen. Doch Greenpeace beklagt nach einem Besuch der Elfenbeinküste, dass vor Ort von der Hilfe wenig zu spüren sei.
Schmutzige Schokolade [NDR.de]
Woran erkenne ich "gute" Schokolade? [NDR.de, 10.12.2012]
Kinderschokolade - Beitrag im greenpeace-Magazin
Kinderarbeit an der Elfenbeinküste - von Alexander Göbel [Profit]
Wer macht es noch selbst?

- Kaufen statt selber machen?
Die Schokoladenproduzenten dagegen betonen, dass sie gegen Kinderarbeit vorgehen und sich für Hilfsprojekte einsetzen. Schließlich hat Schokolade zu Weihnachten Hochsaison. Bilder von Kindern, die Kakao ernten, sind nicht gut für die Geschäfte, schrecken die Konsumenten hoch. Die Produzenten versuchen mit verschiedenen Zertifikaten zu dokumentieren, dass ihre Schokolade mit gutem Gewissen verspeist werden kann. Die Regale der Supermärkte sind gefüllt mit Schokoladen-Weihnachtsmännern, Kugeln, Pralinen und unzähligen Varianten. Bei dieser industriellen Schokoladenvielfalt machen sich viele gar nicht mehr die Mühe, selbst Süßigkeiten herzustellen.
Plätzchen und Konfekt mit Schokolade [WDR Fernsehen, 01.12.2012]
Bettelmönchtaler [WDR Fernsehen, 01.12.2012]
Die süßen Versprechen der Industrie [WDR, 30.01.2012]
Ein Herz für Schokolade [hier und heute, 19.12.2011]
Kaufen oder selber backen? von Angelika Gördes-Giesen [Profit ]
Teure Weihnachtsschokolade

- Teure Schokolade
Doch Vorsicht: Die Industrie lässt sich die Süßigkeiten im Weihnachtsdekor teuer bezahlen. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat ermittelt, dass Schokolade im Weihnachtspapier bis zu 165 Prozent teurer ist als gleiche Produkte in der Standardverpackung. Auch die Schokolade im Adventskalender kommt auf einen stolzen Kilopreis, der weit über dem regulären liegt. Das Problem: Die Weihnachtswaren werden meist auf Sonderflächen positioniert, weit weg von den üblichen Süßigkeiten. Das erschwert für die Verbraucher den Vergleich des Grundpreises.
Was macht eine gute Schokolade aus?

- Das Geheimnis guter Schokolade
Bei der Qualität der Schokolade spielt die Kakaobohne eine entscheidende Rolle. Die frische Kakaobohne ist hell und bitter. Unmittelbar nach der Ernte müssen die Kakaobohnen getrocknet werden. Dann erst treten die Samen ihre Reise in die ganze Welt an. Am Zielort angekommen, werden die Bohnen geröstet und gemahlen - und die übrigen Zutaten wie Zucker, Milchpuler, Aromen und Gewürzen kommen hinzu. Jetzt kommt das Wichtigste: Conchieren. Rodolphe Lindt entdeckte 1879, dass die Mischung erhitzt und gerührt werden muss, damit die Schokolade geschmeidig wird. Früher wurden die Schokoladenmassen bis zu 95 Stunden conchiert, heute bleibt die Masse einer guten Schokolade rund 24 Stunden in der Maschine.
Ölrückstände in Adventskalender-Schokolade [Leonardo, 27.11.2012]
Rückrufaktion: Mineralöl im Adventskalender [WDR 2, 26.11.2012]
Schokolade [Planet Wissen, 13.09.2011]
Reportage: Schokoladenladen in Belgien von Birgit Eger [Profit]
Das Verlangen nach Schokolade

- Die süße Verlockung
Stress im Büro, Liebeskummer oder einfach nur ein gemütlicher Abend: Bei vielen kommt in bestimmten Situationen das große Verlangen nach Schokolade. Man kann quasi gar nicht anders, denn Schokolade macht süchtig und glücklich, heißt es doch. Oder? Wissenschaftler konnten bislang nicht nachweisen, dass die Inhaltsstoffe der Schokolade im menschlichen Gehirn Glücksgefühle auslösen. Die in der Schokolade enthaltenen vermeintlichen Glücksstoffe wie Phenethylamin, Anandamid oder Serotonin sind in so geringen Mengen enthalten, dass man 100 Schokotafeln essen müsste, damit eine wirksame Dosis in den Körper gelangt. Aber warum tut Schokolade denn so gut? Es liegt daran, dass Schokoliebhaber als Trost oder zur Belohnung zur Tafel greifen. So gewinnt die Schokolade an emotionaler Bedeutung und diese Gewohnheit verankert sich im Gehirn: Sobald Schokolade in der entsprechenden Situation gegessen wird, reagiert das Belohnungssystem im Gehirn und schüttet einen Glückbotenstoff aus.
Schokolade und ihre Wirkung [Planet Wissen, 13.09.2011]
Schokolade macht glücklich! [Quarks & Co, 09.12.2008]
Stand: 14.12.2012




