Gamescom

Gamescom 2012


Gratis-Spiele bringen das Geld


Gamescom 2012: 400 offene Stellen

Von Peter Vollmer

Die Gamescom ist nicht nur Spielemesse, sondern auch Job-Börse. Denn auch der deutsche Jobmarkt läuft gut - dank der vielen Gratis-Spiele, die zurzeit auf dem Markt sind.


Messebesucher auf der Gamescom; Rechte: WDR/Peter Vollmer
Gespielt wird überall - besonders angesagt ist das Free-to-play-Prinzip

 

Die Halle flackert im Licht riesiger Bildschirme, vor denen verkleidete Zombies entlang wanken. Dazu donnert laute, elektronische Musik durch die Kölner Messe. Genau wie die Spiele, die dort ausgestellt werden, ist auch die Gamescom auf den ersten Blick schnell, laut und bunt. Auf den zweiten Blick steckt mehr dahinter - auch Jobs.


Jobs auch in Deutschland

Die Videospielbranche ist auch in Deutschland zu einem ernstzunehmenden Jobmarkt geworden. Und das nicht zufällig, erklärt Online-Spieleentwickler Heiko Hubertz: "Deutschland war Innovationstreiber im Browser- und Onlinegaming. Schon vor über zehn Jahren waren deutsche Firmen die ersten weltweit, die etwa das Geschäftsmodell 'Free-to-play' vorangetrieben haben."


Messebesucher; Rechte: WDR/Peter Vollmer
"Auch Designer und Marketing-Experten sind gefragt"

Spielebranche wächst weiter

Damit wird die Gamescom auch zur Jobmesse: Die Aussteller haben insgesamt 400 offene Stellen mitgebracht, die sie an einem gemeinsam organisierten "Jobs & Karriere"-Stand vorstellen. "Wir gehen davon aus, dass die Spielebranche auch in den nächsten Jahren wachsen wird", sagt Christian Brehm vom Branchenverband BIU. "Das sieht man auch hier auf der Messe: Viele Unternehmen suchen händeringend nach Mitarbeitern. Und nicht nur nach Programmierern, auch Designer oder Marketing-Experten sind gefragt." Bis Sonntag (19.08.2012) haben Nachwuchs-Spieleentwickler noch die Chance, sich davon vor Ort zu überzeugen.


Frau im Zombie-Kostüm; Rechte: WDR/Peter Vollmer
10.000 Beschäftigte in deutscher Spieleindustrie

Spielen ohne Installation

Free-to-play bedeutet, dass die Spiele gratis sind. Hubertz’ Unternehmen Bigpoint stellt solche Spiele für den Browser her, so dass man sie nicht einmal installieren muss. Doch obwohl er die Spiele quasi verschenkt, erwirtschaftet Bigpoint einen Umsatz von weit über 100 Millionen Euro im Jahr. Und ruft auch die Großen der Branche auf den Plan.


Geschäftsmodell Gratis-Spiel

"Free-to-play hat jetzt eine internationale Durchdringung erreicht und ist damit auch für etablierte Spieleverleger wie uns von Interesse", sagt Ralf Wirsing. Er ist Chef von Ubisoft Deutschland und präsentiert auf der Gamescom zwei neue Free-to-play-Spiele. Er erklärt, warum die Gratis-Spiele trotzdem rentabel sind: "Sie können kostenlos spielen, Sie können sich aber auch mit einer Spielwährung Ressourcen wie Brot, Holz oder Steine kaufen." Mit diesen kann man schneller in höhere Level vordringen.

Wer ungeduldig ist, muss also bezahlen. Und das machen viele: Der Umsatz mit virtuellen Gegenständen im Spiel stieg bislang um über 60 Prozent im Vergleich zu 2011. Gegenstände im Wert von knapp 150 Millionen Euro gingen bis Ende Juni über die digitale Ladentheke. So ein Wachstum sorgt auch für Arbeitsplätze: 10.000 Menschen sind in Deutschland in der Spieleindustrie beschäftigt.


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