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Als deutsche Jüdin geboren, floh Ruth Weiss mit ihrer Familie vor den Nazis, wurde als Gegnerin der Apartheid aus Südafrika und Rhodesien ausgewiesen, beobachtete als kritische Journalistin die Entkolonialisierung Afrikas, arbeitete als allein erziehende Mutter in London und Sambia. Heute lebt sie im münsterländischen Lüdinghausen.
Als Emigrantin und Zeitzeugin lebte sie ein Leben voller Herausforderung, aber auch voller Umwege. Mit über 70 Jahren macht Ruth Weiss als Schriftstellerin von sich reden. Ihre erstaunliche Botschaft: unbedingte Toleranz.
Produktion:
WDR 2012
Autor/in:
Birgit Morgenrath
Redaktion:
Thomas Nachtigall
Hörprobe
Drei Fragen an Ruth Weiss
1) Was ist für Sie Heimat?
Eine Heimat besitze ich schon lange nicht mehr.
2) Welche Sehnsucht haben Sie?
Eine Sehnsucht habe ich schon - auf eine Zeit, in der die afrikanischen Eliten ihre Völker nicht mehr unterdrücken können.
3) Kann man aus dem Leben lernen?
Ich hoffe, dass junge Leute, denen ich vorlese, etwas mitnehmen, das mir sehr am Herzen liegt und mein Leben stets begleitet hat: Nicht aufgeben, auch nach schlimmen Rückschlägen wieder aufstehen, nicht zurückblicken, weitermachen und guten Mutes bleiben. Man darf nicht auf die Vergangenheit blicken und nach der guten alten Zeit seufzen.
Das bedeutet nicht, dass man alles vergessen soll, was einmal war, doch man muss mit dem Schlimmen fertig werden - auch Abbitte tun, wenn das erforderlich ist - aber es nicht als Last in die Gegenwart mitnehmen. Auf dem Guten, das einmal war, kann und soll man Neues aufbauen.
Wiederholung
Sonntag, 29. Januar 2012, 18.05 Uhr








