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Das philosophische Radio mit Oskar Negt über den Gesellschaftsentwurf Europa
Welchen Gesellschaftsvertrag braucht es also für ein zukünftiges Europa?
Moderation: Jürgen Wiebicke
Ausgerechnet an der Wiege der Philosophie stellt sich die Frage Europas: In Griechenland, wo die europäisch-abendländische Kultur von vor 2000 Jahren wesentliche Impulse erhielt, regieren, so scheint es, nicht Werte und Normen, sondern ökonomische Kausalitäten. Genau da also, wo in der Antike auch die Idee der Demokratie ihren Anfang nahm, steht letztlich nun das demokratische Europa am Scheideweg: Kann Europa ein wahrlich gemeinschaftliches Projekt werden? Oder drohen Zersplitterung und Zerfall?
Der Kapitalismus, so merkt der Sozialphilosoph Oskar Negt in seinem Buch „Gesellschaftsentwurf Europa“ an, funktioniert in der derzeitigen Krise (nicht nur) in Griechenland möglicherweise erstmals exakt so, wie Karl Marx es prophezeit hat: Es existiert eine phantastische Macht der Finanzen, Spekulanten und Glücksritter sichern ihre Pfründe, und der Wert des Geldes wird von gesellschaftlichen Lebens- und Arbeitsprozessen abgekoppelt. Eine Krise, der ein Schockmoment inne wohnt – aus der man möglicherweise lernen kann, im Sinne des Politikwissenschaftlers Dolf Sternberger, der meinte, der Anfang aller Friedensphilosophie sei das Erschrecken.
Welche Ideen, welche Werte, welche Prinzipien – und welchen Gesellschaftsvertrag braucht es also für ein zukünftiges Europa?
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Redaktion:
Gundi Große
Das philosophische Radio mit Oskar Negt über den Gesellschaftsentwurf Europa






