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Hermann Broch ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller des frühen 20. Jahrhunderts, und heute vergessen. Elias Canetti urteilte 1961 in seiner Nobelpreisrede, eher hätten noch Kafka, Robert Musil oder eben Herrmann Broch die Ehrung verdient. Und 40 Jahre später befand Elfriede Jelinek, Broch sei einer der "bewusstesten und erkenntnisgierigsten deutschsprachigen Schriftsteller".
Broch wurde 1886 in eine jüdische Wiener Familie geboren, und arbeitete als Textilingenieur in der Fabrik seines Vaters, dann studierte er Mathematik, Philosophie und Psychologie. In seinem literarischen Werk verband er naturwissenschaftlich genaue Beobachtung und psychologisch-philosophisches Denken. 1938 wurde er von der Gestapo verhaftet, und James Joyce verhalf Broch zur Emigration in die USA. Dort stand Broch in Kontakt mit Thomas Mann und Albert Einstein und lehrte Literatur in Yale bis zu seinem Tod 1951.
Sein bedeutendster Roman ist "Die Schlafwandler". In dieser Trilogie, die zu Beginn der 1930er Jahre entstand, erzählt Broch von Gesellschaften im Umbruch, in drei Epochenquerschnitten der Jahre 1888, 1903 und 1918. Der renommierte Hörspielregisseur Klaus Buhlert hat aus Brochs Roman eine elfstündige Hörspielfassung gemacht. Buhlert ist bekannt für seine Adaptionen großer Textbrocken, von ihm stammen Hörspiele nach Musils "Mann ohne Eigenschaften", Hoffmanns "Serapionsbrüdern", Melvilles "Moby Dick". Wie Buhlert "Die Schlafwandler" von Hermann Broch als Hörspiel inszeniert hat, stellt Christian Kosfeld vor.
Autor/in:
Christian Kosfeld
Redaktion:
Andreas Blendin







