s
Engelsgleich - mit wallendem Haar und entrücktem Blick - wirken die Frauen auf ihren Portraits. Julia Margret Cameron, die Pionierin der britischen Fotografie, liebt in ihren Bildern das Pathos. Erst spät - mit knapp 50 Jahren - hat Lady Cameron ihre Liebe zur Fotografie entdeckt.
1815 als Tochter eines britischen Kolonialbeamten geboren, stehen ihr alle Wege offen. Mit 23 Jahren heiratet sie den Witwer Charles Hay Cameron, bekommt sechs Kinder und nimmt fünf weitere in Pflege. Eine der Töchter schenkt ihr die erste Kamera: der Beginn einer lebenslangen Leidenschaft. Fortan scheut sich Julia Margret Cameron nicht, das Kilo schwere Ungetüm aus Holz und riesigen in Messing gefassten Objektiven, mitzuschleppen und findet auch nichts dabei, ihren zahlreichen Gästen mit von Säure fleckigen Händen und schmutzigen Kitteln entgegen zu treten.
Die Fotokünstlerin ist als Mitglied der upper class privilegiert - aber sie ist auch talentiert. Und hartnäckig. Lady Cameron fotografiert Gärtnerjungen und Minister, alle müssen stundenlang still stehen, bis die Meisterin zufrieden ist. Heute gelten ihre zauberhaften Portraits als wichtige Zeitzeugnisse der viktorianischen Ära.
Autor/in:
Monika Mengel
Redaktion:
Regina Tanne
Starke Frauen: Julia Cameron, Fotografin






