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Am 14. Oktober 1806, es ist der Tag, an dem Napoleon in der Schlacht von Jena und Auerstedt Preußen schlägt, kündigt die 25-jährige Betty Gleim an, sie werde eine "Lehranstalt für Mädchen" eröffnen. Ein kühner wie selbstloser Entschluss, denn im biedermeierlichen Bremen herrscht zu jener Zeit die Meinung, jede tiefer gehende Schulbildung für Mädchen sei gänzlich überflüssig. Trotzdem sind schon kurze Zeit nach der Eröffnung 80 Schülerinnen angemeldet.
Ilsabetha "Betty" Gleim wird am 13. August 1781 in Bremen geboren, die Eltern sind einfache Händler. Der Großonkel, ein Dichter, beeinflusst die Erziehung des Mädchens. Er macht Betty mit Literatur vertraut und bringt ihr Fremdsprachen bei. Die ernste und gewissenhafte Schülerin will Lehrerin werden und studiert autodidaktisch die Pädagogen und Philosophen ihrer Zeit. Später, als Schulvorsteherin ihrer Mädchenschule, unterrichtet sie Physik, Geografie und Mathematik und will heranwachsenden Mädchen die Mittel an die Hand geben, wirtschaftlich unabhängig zu werden.
Mit ihren Ideen stößt Betty Gleim jedoch auf den Widerstand der Behörden. Sie versagen ihr jegliche Unterstützung, immer wieder hört die Schulvorsteherin dasselbe Argument: "Was kann es einem Frauenzimmer schon nützen, gebildet zu sein - es kommt auf das Praktische an!" Kurze Zeit nach der Eröffnung muss sie ihre Mädchenschule wieder schließen. Dem Erziehungswesen bleibt die Lehrerin treu, verfasst eine Fülle pädagogischer Werke und einen Kochbuch-Bestseller.
Autor/in:
Renate Werner
Redaktion:
Regina Tanne
Starke Frauen: Betty Gleim






