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Bertha Thompson wird Anfang des 20. Jahrhunderts auf einer Farm in Kansas geboren. Ihre Mutter ist eine freiheitsliebende Revolutionärin und bringt ihrer Tochter bei, dass "wir niemals beschämt werden können, weil es nichts gibt, was wir als Schande gelten lassen".
Diese zutiefst anti-bürgerliche Perspektive prägt Bertha nachhaltig. Mit 15 Jahren beschließt sie, aus Neugier und Abenteuerlust von Ort zu Ort zu ziehen und Arbeit zu suchen - so wie Hunderttausende anderer "Hobos" auch. Etwa ein Zehntel dieser Eisenbahntramps sind Frauen. Fünfzehn Jahre lang wird sie auf Güterzügen das krisengeschüttelte Amerika der 1920-er und 30-er Jahre durchqueren.
Nach den Güterwaggons, in denen sie unterwegs ist, wird sie bald "Boxcar Bertha" genannt. Sie lebt in Camps, jobbt als Haushälterin und als Prostituierte, will das Leben von allen Seiten kennen lernen. Sie liebt viele Männer und bekommt eine Tochter, die sie jedoch in einer anarchistischen Kolonie lässt, während sie selbst weiter zieht. In New York gründet Bertha Thompson ein Heim für Nichtsesshafte und engagiert sich für die politischen Rechte der sozial Ausgestoßenen.
Redaktion: Regina Tanne
Autor/in:
Antje Schrupp
Starke Frauen: "Boxcar" Bertha Thompson - Eisenbahntramp






