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Doch Kassandra spuckt ihm in den Mund. Er rächt sich mit dem Fluch, dass ihr künftig niemand mehr Glauben schenke. Als die Seherin während der Belagerung ihrer Stadt durch die griechische Fürsten ihre Landsleute beschwört, auf keinen Fall das troianische Pferd ins Innere der Stadt zu holen, hört niemand auf sie. Die griechischen Soldaten zerstören die Stadt und massakrieren die Einwohner. Kassandra wird Beute des Feldherrn Agamemnon. Sie weiß, dass man auch sie ermorden wird. Homer und Aischylos stellen Kassandra als tragische, gescheiterte Existenz dar. Die Schriftstellerin Christa Wolf dagegen sieht in der mythologisch überlieferten Gestalt eine starke, unabhängige Frau, die dem Krieg das Prinzip "Leben" entgegen setzt.
Autor/in:
Monika Mengel
Starke Frauen: Kassandra, Seherin






