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»Was Millionen von Frauen täglich mit Unlust sehen - das fettige Abwaschwasser - das regte diese Eine zu Beobachtungen und schließlich zur wissenschaftlichen Bearbeitung einiger Fragen an.«
Agnes Pockels, am 14. Februar 1862 in Venedig geboren, ist gerade 18 Jahre alt, als sie beim Spülen entdeckt, was sich Interessantes auf der Wasseroberfläche tut. Ein Jahr später entwickelt sie eine Versuchsapparatur zur Messung von Oberflächenspannung und führt zehn Jahre lang akribisch Messreihen durch, Grundlage für das heutige Wissen über Grenzflächenphänomene.
Dabei hat die Tochter eines österreichischen Berufsoffiziers nie die Universität besucht, sondern, statt einen Beruf zu erlernen, den Eltern den Haushalt geführt und sie gepflegt. Agnes Pockels ist Autodidaktin. Die Fachliteratur bekommt sie von ihrem jüngeren Bruder, der Physik studiert und später Professor wird.
Ihre Forschung, die am heimischen Küchentisch begonnen hat, findet erst spät öffentliche Anerkennung. 1931, sie ist 69 Jahre alt, verleiht ihr die technische Hochschule Braunschweig einen Ehrendoktortitel.
Autor/in:
Claudia Heissenberg
Redaktion:
Regina Tanne
Starke Frauen: Agnes Pockels - Chemikerin





