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Am 24. September 1966 schreibt eine junge chinesische Germanistikstudentin einen Brief an Mao Zedong: "Die große Kulturrevolution ist keine Massenbewegung, sondern ein Mann, der die Massen mit einem Gewehr lenkt. Ich trete aus der kommunistischen Jugendliga aus". Wang Rongfen ist 21 Jahren alt. Sie weiß, was ihr damit blüht, und versucht sich mit Gift öffentlich das Leben zu nehmen, ein Zeichen zu setzen gegen die Verbrechen im Namen der Kulturrevolution.
Sie überlebt und wird zwölfeinhalb Jahre lang in Maos Gefängnissen grausam gefoltert. Mehrmals organisiert sie Revolten und wird an Händen und Füßen in Ketten gelegt. Sie lernt, Buchseiten mit den Lippen umzublättern. Ihr eiserner Wille lässt Wang Rongfen die Haft überleben.
Sie erhält in Deutschland politisches Asyl. Heute legt die 61-jährige Widerstandskämpferin Zeugnis dafür ab, dass die chinesische Revolution nie etwas anderes war, als eine grausame Diktatur.
Autor/in:
Monika Mengel
Starke Frauen: Wang Rongfen, Widerstandskämpferin





