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Service Garten - Platz fürs Kübelgrün
Im Wintergarten der Trumpfs
„Ungefähr 60.000 DM hat der Wintergarten gekostet. Wir wollten zuerst unsere Terrasse nur überdachen. Dann haben wir gedacht, wir machen sie ganz zu, damit unsere Pflanzen dort überwintern können.“
10 Jahre ist es her – da wurde aus der ehemaligen Sonnenterrasse von Siegfried Trumpf in Refrath bei Köln ein gläserner Wintergarten.
Frostfreier Raum
„Zweierlei Glas haben wir - einmal normales Isolierglas und oben als Dach extra beschichtetes, damit es nicht zu warm wird. Die Türen können wir aufschieben. Oben ist ein Dachflächenfenster drin für die Belüftung. Wenn man raus guckt, sehn wir unseren Teich, die Azaleen und Rhododendren. Dann sind wir mitten im Garten.“
Etwa 15 m² groß ist der geschützte Raum zwischen Wohnzimmer und Garten - ein trockener Platz an regnerischen Sommertagen und ein heller, kühler Ort zur frostfreien Überwinterung ihrer Kübelpflanzen. Im Winter muss er sich allerdings ein bisschen wärmer anziehen – erzählt der Gärtner – wenn er das Grün im Wintergarten genießen will.
„Wir haben im Dezember draußen vielleicht eine Temperatur von elf Grad und im Wintergarten 15 Grad. Wenn draußen Frost ist, geht das Thermometer auch auf 10 Grad zurück. Aber da fühlen sich unsere Pflanzen immer noch sehr wohl.“
Sollte es einmal zu kühl werden, lässt sich die Temperatur mit einer kleinen Elektroheizung anheben.
Grün im Kübel
Blickpunkt im ‚Glashaus’ ist eine üppig wuchernde Bougainvillea im Terracottakübel. Schon vor ein paar Wochen hat Ursula Trumpf sie in den Wintergarten gestellt.
„Das kommt immer auf das Wetter an. Die Bougainvillea haben wir reingeholt, weil sie voll in der Blüte stand und das Wetter ungemütlich und regnerisch wurde. So hat sie drinnen weiter geblüht.“
Noch immer zeigen sich über dem dichten, dunkelgrünen Laub unzählige kleine weiße Blüten inmitten leuchtend, lilafarbener Hochblätter. Damit auch noch andere Pflanzen im Wintergarten Platz fanden, musste Siegfried Trumpf dem Grünzeug vor dem Einräumen an die Triebe.
„Die Bougainvillea hatte draußen einen Durchmesser von einem Meter 20. Damit wäre der Wintergarten fast voll. Deshalb haben wir sie auf 80 Zentimeter zurück geschnitten.“
Neben der Bougainvillea überwintert die ebenfalls aus Südamerika stammende Passionsblume, die im Sommer draußen an der Hauswand empor rankt. Frostige Wintertage würde sie dort nicht überstehen. Daneben schiebt eine eineinhalb Meter hohe Kalla zwischen großen herzförmigen Blättern ihre Blütentriebe in die Höhe.
„Das ist keine Pflanze fürs Wohnzimmer. Das wäre ihr zu warm. Die blüht jetzt den ganzen Winter durch. Die großen weißen Blüten halten sich im Wintergarten wochenlang. Man kann sie auch sehr gut für die Vase schneiden.“
Die Gärtnerin freut sich darauf, wenn sich in ein paar Tagen die erste Blüte öffnet. Neben einigen Kakteen, die es im Winter auch gern etwas kühler haben, steht ein Olivenbäumchen in einem schlanken hellbraunen Tontopf.
„Den Olivenbaum haben wir jetzt reingeholt. Der könnte zwar noch ein bisschen draußen bleiben, aber wir haben gedacht, wenn der Frost kommt, soll er sich auch wohl fühlen.“
Pflege im Winter
Damit sich das Olivenbäumchen im Wintergarten gut einlebt, streicht Siegfried Trumpf ihm zärtlich über die Blätter.
„Der braucht keine große Pflege, aber Liebe muss der auch haben. Die Blätter werden bei uns schon mal gestreichelt. Das haben die Pflanzen auch gerne.“
Ansonsten gibt es für den Wintergärtner in den nächsten Wochen nicht viel zu tun. Gegossen wird nur wenig, da die Pflanzen in der kalten Jahreszeit auch weniger Wasser verdunsten. Zuviel würde sogar schaden. Gedüngt wird erst wieder im Frühjahr. Vor lästigen Schädlingen war das Grün der Trumpfs bisher sicher.
„Mit Ungeziefer hatten wir überhaupt noch keine Probleme. Ich weiß nicht, warum sich Schädlinge hier nicht wohl fühlen. Vielleicht ist es ihnen zu kalt.“
Pflanzen genießen
So haben die Gärtner genügend Zeit, ihr Grün einfach zu genießen. Tagsüber, wenn die Sonne den Wintergarten aufwärmt, sind sie gern mitten unter ihren Pflanzen.
„Wir haben auch eine Liege hier drin stehen. Da kommt eine Wolldecke drum und dann legt man sich auch im Winter schon mal hin. Wir gucken nach draußen und gucken uns das Grünzeug drinnen an. Schön ist es, wenn draußen alles voll Schnee liegt und die Sonne scheint. Dann können wir hier im Winter essen und frühstücken.“
Die Investition für den Wintergarten hat sich also gelohnt – für Pflanzen und Gärtner.
„Wir haben sogar schon Heiligabend im Wintergarten gegessen. Wenn man mitten in der Natur sitzt, ist das schon herrlich.“
Autor
Gereon Reymann
Redaktion
Detlef Reepen








