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Ab Ende Oktober wird Microsoft das Betriebssystems "Windows 8" auf den Markt bringen. "Windows 8" hat eine völlig neue Oberfläche und soll – so der Hersteller – den Umgang mit dem PC noch einfacher machen. Aber: Was leistet das neue System wirklich? WDR 5-Technik-Experte Michael Stein hat das Betriebssystem schon einmal unter die Lupe genommen.
Der neue Start-Bildschirm wirkt sehr modern, frisch, klar strukturiert und ist zugleich sehr informativ: Alle Programme ("Apps"), die auf dem jeweiligen Computer installiert sind, sind als rechteckige Kachel zu sehen. Ist ein Programm aktiv, kann man es – wenn der Programmierer das vorgesehen hat – mit seinen wichtigsten Daten im Inneren der Kachel sehen. So zeigt eine Wetter-App das aktuelle Wetter an, eine Video-Kachel zeigt den zuletzt gesehenen Film an. So hat man in Form eines Mosaiks den gesamten Computer im Blick.
Kurz durchwischen
Zwischen einzelnen Kachelfeldern kann man mit einer Wischgeste wechseln. Ein Tipp oder Klick auf eine der Kacheln startet das jeweilige Programm – auf Wunsch als "Fullscreen"-App, die den gesamten Bildschirm ausfüllt und nicht in einem Fenster läuft. Neue Apps kann man selber innerhalb des Kachelfeldes platzieren. "Metro" heißt die neue Oberfläche des neuen Windows, die man bereits von Windows-Smartphones her kennt. Das neue Bedienkonzept ist aber zum Teil recht gewöhnungsbedürftig. Ziel war es, den Bildschirm immer so leer wie möglich zu halten. Das kann aber auch lästig sein: Oft sucht man nach den Funktionen, die aber erst auftauchen, wenn man eine bestimmte Wischgeste ausgeführt oder per Maus in eine bestimmte Ecke geklickt hat. Der Nachfolger von "Windows 7" wird auf Tablets, Notebooks und Desktop-PC's zum Einsatz kommen. Die "Gesten", die man für die Bedienung benutzt (Wischen, Antippen), lassen sich entweder mit dem Finger oder der Maus ausführen.
Baustellen
Nicht alle Arbeiten am Computer lassen sich aber über Wischgesten und Kacheln steuern. So sehen einige Bildschirm-Menüs zum Einstellen von Windows in der neuen Version denn auch fast so aus wie vorher. Noch gibt es zwar keine fertige Version der Büro-Anwendung "Office" für das neue Windows. An der Umsetzung ("MS Office 2013") wird derzeit aber intensiv gearbeitet. Man kann aber davon ausgehen, dass Microsoft auch Word, Excel & Co. an die neue Oberfläche anpassen wird und wir uns als Anwender uns ein wenig umstellen müssen.
Programm-Supermarkt
Einige wenige Programme liefert Microsoft direkt mit dem Betriebssystem mit – darunter die Metro-Version des Internet-Explorers, ein Programm zum Abspielen von Musik, eins für Videos und einen "Store": In diesem virtuellen Laden kann man zusätzliche Apps bekommen und ausprobieren. Nötig hierfür ist eine Windows-ID (eine Art Benutzerkonto), die man spätestens dann anlegen muss.
Probefahrt
Jeder, der neugierig ist und sich ein wenig mit Windows-PC's auskennt, kann schon jetzt das neue "Windows 8" anschauen und testen. Die Vorab-Version ("Release Preview") lässt sich kostenlos aus dem Internet laden – in unserem Fall war sie etwa 3,5 Gigabyte groß. Zur Installation sollte man jedoch keinen PC nutzen, der täglich im Einsatz sein muss – bei der Installation würde dann ein komplett neues Betriebssystem aufgespielt und die alten Programme könnten unter Umständen nicht mehr verwendet werden. Am besten sollte man für einen Test einen älteren PC nutzen, der mindestens 1 GHz Taktfrequenz, 1 GB RAM und 16 GB freien Festplatten-Platz hat. Außerdem ist eine DirectX-9-fähige Grafikkarte nötig. Auch möglich ist die Installation auf einer freien Partition der Festplatte, die vom restlichen System unabhängig ist.
Fenster zum Herbst
Noch bis zum 26. Oktober 2012 wird es dauern, bis man das neue Windows kaufen kann. Die Preise sind noch nicht öffentlich angekündigt. Ob man einen gut funktionierenden Windows-7-PC unbedingt mit der neuen Version ausstatten muss, das sollte jeder für sich entscheiden – unbedingt nötig ist es in den ersten Monaten sicher nicht. In den meisten Fällen dürfte man im nächsten Jahr zum Windows-8-Nutzer wohl eher durch den Kauf eines dann neuen Tablet-PC oder Notebook- oder Desktop-PC's werden. Ein Windows-XP-PC dürfte in den meisten Fällen wohl zu wenig Leistung haben, um in Zukunft als Windows-8-Rechner genutzt zu werden.
Autor/in:
Michael Stein
Redaktion:
Joachim Hecker







